Alzheimer: Basisinfos, Pflege, Prävention

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Bild: oneinchpunch / shutterstock

Jede Zeit gebiert eine für sie typische Krankheit. Heute ist das sicherlich Alzheimer, das schleichende Vergessen.

Neurokognitiver Abbau

Vor keiner Krankheit haben die Menschen mehr Angst als vor Alzheimer. Nun ist Angst generell ein schlechter Ratgeber, vor allem, wenn sie auf Unkenntnis oder Halbwissen beruht. Wie kommt es also zu dem neurokognitiven Abbau? Und was kann dagegen unternommen werden?

Noch herrscht in der Fachwelt Uneinigkeit – selbst in der grundlegenden Frage, was eigentlich die Ursache von Alzheimer ist. Und ob es sich dabei überhaupt um eine Krankheit oder vielmehr um einen beschleunigten Abbauprozess aufgrund vielfältiger Ursachen handelt. Umso wichtiger ist es, offen über unterschiedliche, auch gegensätzliche Ansätze und Erklärungen zu sprechen. Alzheimer ist ein Problem, das die ganze Gesellschaft betrifft. Am Diskurs über die Krankheit sollten daher möglichst viele Menschen teilnehmen.

Demenzfälle steigen

Etwa 120.000 Österreicherinnen und Österreicher leiden an einer demenziellen Erkrankung. 2050 wird diese Zahl auf etwa 280.000 angestiegen sein, denn mit dem Alter steigen Inzidenz- und Prävalenzzahlen. Weltweit wird die Zahl der Demenzkranken von derzeit 44 Millionen auf mehr als 120 Millionen bis 2050 ansteigen.

Bei Frauen ist die Alzheimer Demenz in allen Altersgruppen häufiger als bei Männern.

Pflege und Betreuung von Demenzpatienten erfolgen zu 80 Prozent in den Familien, und hier vorwiegend durch Ehefrauen, Töchter und Schwiegertöchter. 74 Prozent der Angehörigen leisten Betreuung rund um die Uhr.

Es ist nicht das Ende

Der Alzheimerkranke büßt zwar seine kognitiven Fähigkeiten ein, doch sein Gefühlsleben bleibt intakt, wird womöglich sogar intensiver. Er spürt das in der Luft Schwebende, die Ungeduld des Gegenübers, das Desinteresse – aber auch Mitmenschlichkeit.

Darum ist es für eine geglückte Beziehung so wichtig, den Kranken in seinem Anderssein anzunehmen und ihn zu respektieren. Nur so kann er wieder zu einer Identität finden.

Auch wenn einem an Alzheimer erkrankten Menschen das Verbleiben in den eigenen vier Wänden nicht mehr möglich ist, kann ihm bei entsprechender Betreuung und Begleitung doch die Lebensqualität – durchaus auch die Lebensfreude – erhalten bleiben.

Info-Paket "Alzheimer"

Frühdiagnosen sind schwierig, die Behandlungsmöglichkeiten beschränkt, der Betreuungsaufwand enorm und Heilung ist derzeit noch nicht in Sicht: Alzheimer ist die häufigste Demenzart. Ungesunder Lebensstil und vor allem die höhere Lebenserwartung tragen dazu bei, dass die Zahl der Betroffenen dramatisch ansteigt. Das Leben mit einem an Alzheimer erkrankten ­Menschen muss aber nicht in ­monotones Pflegen münden. Es kann daraus auch eine ­innige Beziehung entstehen.

Basiswissen, Pflege

Im ersten Teil unsers Infopaketes "Alzheimer" geht es um die Abgrenzung und den Verlauf der Krankheit, Strategien für das Akzeptieren der neuen Lebensumstände sowie Tipps für Pflegende:

Selbsttest, Prävention

Darüber hinaus haben wir die Sinnvolligkeit von Alzheimer-Selbsttests geprüft und uns angesehen welcher Mix an Präventionsstrategien Sinn macht. Ein Interview mit dem Alzheimer-Experten Prof. Dr. Peter Dal-Bianco von der MedUni Wien sowie einer demenzkranken Patientin runden das Themenpaket ab:

Tipps für Gespräche mit Demenzkranken

  • Verwenden Sie kurze, einfache Sätze.
  • Machen Sie immer wieder Pausen zwischen einzelnen Äußerungen.
  • Verzichten Sie zugunsten von eindeutigen Substantiven (Mann, Frau) auf Pronomen (er, sie).
  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit metaphorische, bildliche Ausdrücke, die eventuell falsch interpretiert werden könnten.
  • Haben Sie keine Scheu, im Dialekt zu sprechen, wenn er dem Betroffenen näherliegt als die Hochsprache.
  • Ja/Nein-Fragen („Möchtest du einen Kaffee?“) sind gerade in späteren Krankheitsphasen offenen Fragen („Was möchtest du trinken?“) vorzuziehen.
  • Wählen Sie möglichst Gesprächsthemen, auf die der Betroffene mit Freude, Stolz und Interesse reagiert – wozu selbstverständlich biografisches Wissen notwendig ist.

Literaturempfehlung

  • Buch: "Alzheimer"

    Alzheimer

    von Wenzel Müller, Peter Dal-Bianco

    Das Buch zeigt, was bei der Pflege von Angehörigen zu beachten ist, klärt über Alternativen zur Sachwalterschaft von geschäftsunfähigen Personen auf und informiert, wie man Hilfe und finanzielle Unterstützung bekommt. Es lässt aber auch Experten und Betroffene zu Wort kommen. Und erinnert nicht zuletzt daran, dass auch ein Mensch mit Alzheimer sich durchaus freuen und glücklich sein kann.

    Aus dem Inhalt:

    •     Verlauf einer Alzheimererkrankung
    •     Therapiemöglichkeiten
    •     Betreuung und Pflege
    •     Rechte der Betroffenen
    •     Hilfe und finanzielle Unterstützungn

     

    240 Seiten, 19,60 € + Versand

    Erhältlich über: www.konsument.at/alzheimer

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    KONSUMENT-Buch: "Alzheimer"
  • Buch: "Der Pflege-Ratgeber"

    Der Pflege-Ratgeber

    Etwa 450.000 Menschen beziehen in Österreich Pflegegeld, sind also auf Betreuung und Hilfe angewiesen. Ihre Angehörigen stehen vor der Herausforderung, deren Pflege zu organisieren. Doch welche Möglichkeiten gibt es? Kann der oder die Betroffene zu Hause betreut werden oder ist ein Heim die bessere Lösung? Wie findet man einen guten Pflegedienst oder das passende Heim? Wo erhält man Rat und Hilfe? Und schließlich: Was kostet das alles?

    Aus dem Inhalt:

    • Pflegeleistungen organisieren und finanzieren
    • Unterstützung für Angehörige
    • Pflegegeld und private Vorsorge
    • Pflegeheim und Heimvertrag
    • 24-Stunden-Betreuung
    • Das neue Erwachsenenschutzrecht
    • Sterbehilfe

     

    320 Seiten, 24,90 € + Versand

    Erhältlich über: www.konsument.at/pflege-ratgeber

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    Buch: "Der Pflege-Ratgeber"

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