Apps: Datensammeln - besorgniserregende Studienergebnisse

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Norwegische Studie belegt Datensammeln; (Bild: Norwegian Consumer Council NCC)

Beliebte Apps wie die Dating-App Tinder, die Makeup-App Perfect 365 oder die Menstruations-App Mydays liefern Daten wie Ip-Adresse, GPS-Standorte, sexuelle Ausrichtung, politische Einstellung und eingenommene Medikamente an unterschiedliche Unternehmen. Das zeigt nun eine Studie der norwegischen Verbraucherschutzorganisation Norwegian Consumer Council auf.

Die Studie der norwegischen Verbraucherschutzorganisation Norwegian Consumer Council (NCC) belegt umfangreiches Sammeln personenbezogener Daten bei Anwendungssoftware (Apps) auf Mobilgeräten. Konsumentinnen und Konsumenten sind sich des Umfangs dieser „Sammelwut“ oft nicht bewusst und stehen ihr deshalb hilflos gegenüber. Verbraucherorganisationen weltweit fordern stärkere Kontrolle von Online-Marketing-Unternehmen zum Schutz der Privatsphäre des Verbrauchers.

Beliebte Apps geben sensible Daten weiter

Konkret hatte NCC für zehn beliebte Apps – darunter die Dating-App Tinder, die Bi/Gay-Dating-App Grindr, die Makeup-App Perfect 365 oder die Menstruations-App Mydays – erhoben, welche Daten an welche Drittanbieter weiter gegeben werden. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Die Apps lieferten sensible Daten an 135 unterschiedliche Unternehmen, unter anderem die IP-Adresse und GPS-Standorte, aus denen sich Bewegungsprofile erstellen lassen. Die Apps geben zudem Daten über sexuelle Ausrichtung, politische Einstellung und eingenommene Medikamente weiter. Empfänger der Daten sind die großen Player im Online-Marketing, darunter bekannte Technologie-Riesen. Googles Marketing-Firma DoubleClick bekommt von acht der zehn untersuchten Apps Daten übermittelt, Facebook sogar von neun, aber auch Firmen wie OpenX oder Brace werden beliefert.

Technische Abläufe für User schwer nachvollziehbar

Nutzer der Apps haben oft nur wenige Möglichkeiten, sich vor Datentracking zu schützen. Und die wenigsten Nutzer wissen, welche Daten im Hintergrund weitergegeben werden. Die technischen Abläufe lassen sich meist schwer nachvollziehen. Die Standardeinstellungen der Apps sind auf Daten-Sharing eingestellt und die Anbieter der Anwendungen arbeiten mit Geschäftsmodellen, welche die Weitergabe von personenbezogenen Daten einkalkulieren.

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Weitere Infos zur aktuellen Studie auf www.konsument.at. Die vollständige Studie finden Sie hier: www.forbrukerradet.no/out-of-control

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