Datenspionage: Google weiß, was Sie tun

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Sie alle liefern dem Unternehmen über Geräte und Betriebssysteme hinweg eine Fülle an Informationen. (Bild: LightAndShare/shutterstock.com)

Google sammelt viele Daten. Was weiß das Unternehmen über uns? Enorm viel. Schauen Sie sich das Video an.

Eigentlich weiß man es ja: Google und andere Internetkonzerne sammeln Unmengen an Daten über uns User. Viele sind aber doch überrascht, wenn sie sehen, was genau über sie gespeichert wird. Die Kollegen der norwegischen Konsumentenorganisation Forbrukerradet setzen sich seit Jahren intensiv für mehr Datenschutz ein. Sie haben Menschen mit der Fülle an Information konfrontiert, die Google über sie sammelt. Hätten Sie’s gewusst?

Datenschutz geht uns alle etwas an!  

Das Video zeigt eindringlich: Die Verarbeitung ortsbezogener Daten ist heikel und es geht um höchst sensible und persönliche Daten. Wo wir wohnen, wohin wir gehen, wie wir uns bewegen: Durch Tracking und präzise Standortdaten lassen sich Rückschlüsse auf unser privates Leben machen. Der Gesundheitszustand, weil man öfters Ärzte aufsucht oder auch private Angelegenheiten wie persönliche Vorlieben oder regelmäßige Kontakte lassen sich über die Standortdaten in Kombination mit Suchanfragen oder anderen Daten relativ einfach nachvollziehen.  

Ausweg aus der Datenfalle?  

Forbrukerradet kritisiert in den Berichten "Deceived by design" und "Every Step you take“, dass Nutzer mit einer Reihe von Taktiken und irreführendem Design dazu gedrängt werden, Voreinstellungen zu belassen, die sich negativ auf die Privatsphäre auswirken.  

Dies geschieht durch viele Techniken, darunter:  

  • das Zurückhalten oder Ausblenden von Informationen,   
  • die Bündelung verschiedener Dienste,
  • das Verbergen der Web- und App- Aktivitätseinstellungen hinter zusätzlichen Klicks und die standardmäßige Aktivierung dieser Funktion,  
  • oder Auswahlentscheidungen und Wahlmöglichkeiten, bei denen die Auswahl der datenschutzfreundlichen Option mehr Aufwand von Nutzern erfordert.

Wiederholt fordert Google User beispielsweise dazu auf, den "Standortverlauf" zu aktivieren, wenn sie verschiedene Dienste verwenden, auch wenn sie sich beim Einrichten ihres Handys gegen diese Funktion entschieden haben. Das Fazit: Usern wird die Zustimmung möglichst einfach gestaltet, die Ablehnung der Datenverarbeitung hingegen besonders kompliziert.  

Nutzung von Standortdaten legal?  

Wegen der undurchsichtigen Speicherung von Standortdaten seiner Nutzer steht Google nun international in der Kritik. Die norwegischen Verbraucherschützer Forbrukerradet sehen hier eine Täuschung der Konsumenten. Sie haben deshalb mit sieben weiteren europäischen Verbraucherorganisationen Beschwerden bei den zuständigen Behörden eingereicht. Auch Verbände aus Schweden, den Niederlanden, Griechenland, Tschechien, Slowenien und Polen sind Teil der Auseinandersetzung. Sie argumentierten, diese Geschäftspraxis verstoße gegen die europäischen Datenschutzgesetze und sei unethisch. Nach Artikel 4, Absatz 11 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) muss eine Einwilligung  "freiwillig für den bestimmten Fall, in informierter Weise und unmissverständlich" abgegeben werden.

Durch die beschriebene Taktik und versteckte Möglichkeiten datenfreundlicher Optionen, ist die Freiwilligkeit der Einverständniserklärung allenfalls anzuzweifeln. Darüber hinaus sehen Datenschützer die Nutzer nicht ausreichend informiert, was die Aktivierung des „Standortverlaufs“ und der „Webaktivität“ angeht und welche Folgen, das für Privatsphäre einzelner Nutzer hat. In Deutschland prüft die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) die Einleitung eines Unterlassungsverfahrens. Google betont hingegen gegenüber der BBC sich intensiv auf die Umsetzung der DSVGO vorbereitet zu haben und  "Wir arbeiten ständig daran, diese Kontrollen auf der Grundlage von User Experience-Tests weiterzuentwickeln.“ Wir werden weiter berichten.


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