FAQ: Coronavirus in Österreich

Einreisestopp für Personen aus Italien, Einstellung des Lehrbetriebs, Einschränkungen für Veranstaltungen. - Wir beantworten wichtige Fragen.

 

"Wir sind in Österreich aufgrund der aktuellen Entwicklung gezwungen, mehrere Maßnahmen umzusetzen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus in unserem Land möglichst einzudämmen", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am 10. März in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer.

Noch ist die Zahl der Infizierten in Österreich vergleichsweise niedrig. In anderen europäischen Ländern gibt es aber bereits hohe Zuwachsraten. Für Italien gilt derzeit die Reisewarnstufe 6. Der Flug- und Zugverkehr in das Nachbarland wird daher eingestellt.

Das vorgestellte Maßnahmenpaket umfasst mehrere Einschränkungen:

  • Fachhochschulen und Universitäten bleiben geschlossen, Online-Angebot für Studierende
  • Einreisestopp aus Italien, Heimholung von Österreichern 
  • Einschränkungen bei Besuchen im Krankenhaus
  • Absagen von Veranstaltungen, Vermeidung größerer Menschenmassen
  • Einschränkung sozialer Kontakte wird nahegelegt (v.a. um ältere Menschen zu schützen)
  • Wenn möglich: Home Office
  • Mögliche Schulschließungen werden aktuell vorbereitet

Welche Veranstaltungen werden abgesagt?

Ab 11.3.2020 werden alle Veranstaltungen abgesagt, bei denen mehr als 100 Personen (in einem geschlossenen Raum) oder mehr als 500 Personen (außerhalb geschlossener Räume bzw. im Freien) zusammenkommen. Dies gilt nach derzeitigem Erlass bis 3. April 2020.

Das Verbot umfasst daher: Veranstaltungen, die in

  • Betrieben,
  • Unternehmen,
  • Hochschulen,
  • Schulen (z.B. Schulausflüge),
  • Kindergärten,
  • Pflegeheimen,
  • touristischen Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten
  • oder zu religiösen Zwecken

abgehalten werden sollen (jeweils ab der oben genannten Teilnehmergrenzen).

„Ausgenommen sind zum Beispiel Zusammenkünfte, die der Befriedigung der Grundbedürfnisse des öffentlichen Lebens dienen“, erklärt VKI-Juristin Beate Gelbmann. „Dazu zählen der Lebensmittelhandel, Einkaufszentren und auch gastronomische Einrichtungen, die hauptsächlich Speisen verabreichen.“ Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind davon ausgenommen.

Konkret bedeutet das: Ein Abendessen im Wirtshaus oder eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist zulässig (unabhängig von der Zahl der Anwesenden). Bei Bars und Diskotheken sieht das anders aus. Auch hier gilt eine maximale Personenzahl von 100.

Ich habe bereits ein Ticket für eine Veranstaltung. Bekomme ich mein Geld zurück?

Ja. Konsumenten, die bereits Karten für Konzerte, Theatervorstellungen oder Sportveranstaltungen gekauft haben, haben ein Recht auf Rückzahlung des Kaufpreises. Der Grund für die Absage liegt nicht in Ihrer Verantwortung. Falls möglich, können Sie sich natürlich mit den Veranstaltern auf einen späteren Termin einigen.

Anders sieht es aus, wenn Sie z.B. weil Sie selbst erkrankt sind und nicht an der Veranstaltung teilnehmen können. Wurde die Veranstaltung nicht ohnehin abgesagt, bekommen Sie in diesem Fall Ihr Geld nicht zurück.

Ich bin gerade in Italien. Was passiert, wenn ich wieder nach Österreich komme?

Österreicher, die sich aktuell in Italien befinden, werden zurückgeholt. Sie müssen sich aber anschließend für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Eine Einreise aus Italien ist sonst nur mehr gestattet, wenn ein ärztliches Gesundheitsattest vorgelegt werden kann.

Wie äußert sich die Krankheit?

Häufige Anzeichen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sind u. a. Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden. In schwereren Fällen, so berichtet die AGES, die Österreichische Agentur für Gesundheits- und Ernährungssicherheit, kann die Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes Atemwegssyndrom, Nierenversagen und sogar den Tod verursachen. Es gibt auch milde Verlaufsformen (Symptome einer Erkältung) und Infektionen ohne Symptome.

Wie gefährlich ist der Virus?

Die Gefährlichkeit des neuen Coronavirus ist deutlich niedriger als bei MERS (bis zu 30 Prozent Sterblichkeit) und SARS (ca. 10 Prozent Sterblichkeit), berichtet die AGES. Man geht derzeit beim neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) von einer Sterblichkeit von bis zu drei Prozent aus. Ähnlich wie bei der saisonalen Grippe durch Influenzaviren (Sterblichkeit unter 1 Prozent) sind v. a. alte Menschen und immungeschwächte Personen betroffen. Gegen das neue Virus gibt es keinen Impfstoff. Die Behandlung lindert die Beschwerden z. B. durch fiebersenkende Mittel.

Wie kann ich mich schützen?

  • Waschen Sie Ihre Hände mehrmals täglich mit Wasser und Seife oder einem alkoholhaltigen Desinfektionsmittel.
  • Bedecken Sie Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch (nicht mit den Händen), wenn Sie husten oder niesen.
  • Vermeiden Sie direkten Kontakt zu kranken Menschen.

Darf ich aus Angst vor dem Virus eigenmächtig zu Hause bleiben?

Kann ich mich über Waren oder Geldscheine anstecken?

Das ist unwahrscheinlich. Coronaviren sind empfindlich. Die Übertragung von Mensch zu Mensch stellt den wichtigsten Infektionsweg dar.

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