Fast Fashion 6/2019

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Fast Fashion: Kleidung wird immer billiger produziert und immer schneller konsumiert. Die Verlierer dabei sind die Arbeitskräfte in den Herstellerländern und die Umwelt. (Bild: luanateutzi, Nomad Soul/shutterstock.com)

Fast Fashion. Das bedeutet: Mode wird immer billiger produziert, schneller konsumiert und oft ohne Bedenken weggeworfen. Laut einer Greenpeace-Studie tragen Konsumenten bis zu 40 Prozent der gekauften Kleidung nur selten – oder gar nicht.

Neue Kollektionen überschwemmen den Markt im Wochen-Rhythmus und setzen Trends, denen wir Konsumenten und Konsumentinnen folgen sollen. Laut einer McKinsey-Studie aus dem Jahr 2017 bringen große Textilunternehmen wie Zara, H&M und Primark jedes Jahr bis zu 24 Kollektionen auf den Markt. „Mode, die keiner braucht, die aber jeder haben soll“, umschreibt Alf-Tobias Zahn, Koautor des Buches „Einfach Anziehend“, diesen Trend. In den Jahren 2000 bis 2016 hat sich die Menge der Textilproduktion weltweit verdoppelt – 2014 durchbrach sie die Schwelle von jährlich 100 Milliarden hergestellten Kleidungsstücken. „Die Bekleidungsindustrie erwartet, ihre Produktion bis 2030 noch einmal um 62 Prozent steigern zu können“, so Zahn weiter. „2030 wird die Weltbevölkerung dann jedes Jahr 102 Millionen Tonnen Kleidungsstücke konsumieren.“

Mode für den Müll

Mittlerweile hat sich Mode zu einer Verbrauchsware entwickelt, denn die Nutzungsdauer von Textilwaren sinkt. Bis zu 40 Prozent der gekauften Kleidung werden laut einer Greenpeace-Studie nur wenige Male getragen – oder gar nicht. Ein großer Teil landet in Altkleidercontainern; das Altkleideraufkommen in Österreich wird auf etwa 80.000 Tonnen jährlich geschätzt. Auch bei den Herstellern landet vieles im Müll, auch in großem Stil: 2017 wurde der schwedische Textilriese H&M beim Verbrennen von unverkäuflicher Ware erwischt. 

Die großen Verlierer

CO2-Belastung durch lange Transportwege, eingestürzte Fabrikhallen, hunderte Verletzte und Tote: Fast Fashion hat viele Schattenseiten und der Massenkonsum schädigt Umwelt und Mensch nachhaltig. Vom Verbrauch von Wasser oder den Einsatz von Chemikalien bei der Produktion. Die Verlierer dieser Entwicklung sind vor allem die Arbeitskräfte in den Herstellerländern. Denn um die Mode möglichst billig produzieren zu können, schuften Arbeiter in den Herstellerländern bis zum Umfallen. 

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