Glutenfreie Lebensmittel 6/2020

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Wer nicht von einer echten Unverträglichkeit betroffen ist, braucht sie nicht. (Bild: margouillat-photo/shutterstock.com)

Seit einigen Jahren sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten in aller Munde. Laktose, Histamin, Fruktose und allen voran Gluten. Eine selbst gewählte Diät ohne ärztliche Befunde ist sinnlos und kann gefährlich sein.

Immer mehr Menschen befürchten, dass ihr Körper einzelne Nahrungsbestandteile nicht gut verträgt. Sobald der Bauch drückt, ist die Selbstdiagnose nicht weit. Die Lebensmittelindustrie hat darauf reagiert: In den Regalen von Supermärkten, Drogerieketten, Reformhäusern und Apotheken findet sich ein breites Angebot an Produkten, die frei von allerlei Bestandteilen sind. Und weil die Preise zum Teil beachtlich sind, wird auch gut daran verdient.  

Für gesunde Menschen sinnlos

Gerade das Beispiel Gluten zeigt für Experten, wie sinnlos eine selbst gewählte Diät ohne ärztliche Befunde ist: Glutenfreie Ernährung bringt für Gesunde gar nichts - und erschwert sogar die Diagnose, ob tatsächlich eine Erkrankung vorliegt. Nur wer an einer ärztlich bestätigten Gluten-Unverträglichkeit leidet, profitiert nachgewiesenermaßen von entsprechenden Produkten. In erster Linie sind das Menschen, die an Zöliakie leiden, einer angeborenen und nicht heilbaren Krankheit, von der etwa 0,5 bis ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen ist.

Vorher zum Arzt!

Auch wenn im Internet zahlreiche mehr oder weniger prominente Personen über positive Erfahrungen mit glutenfreier Ernährung berichten – denken Sie daran: Diese Menschen tun das für Geld, das sie mit der Werbung für Ersatzprodukte verdienen. Und: Würden Sie Betablocker oder Antibiotika ohne ärztliche Verschreibung einnehmen? Eben. Und dann wäre auch noch die Sache mit dem Preis: Wieso erheblich mehr ausgeben, wenn es eher schadet als nutzt? 

Wem hilft eine glutenfreie Ernährung wirklich?

  • Bei Zöliakie – die einzige Möglichkeit, beschwerdefrei zu leben.
  • Bei einer Weizenallergie – in seltenen Fällen. Einige glutenhaltige Getreidearten werden vertragen. Achtung: Auch glutenfreie Produkte können allergieauslösende Weizenproteine enthalten! Es muss also in jedem Fall die Zutatenliste studiert werden!
  • Bei Glutensensitivität – es kann helfen, besonders glutenhaltige Produkte wie Brot oder Nudeln zu meiden.
  • Gesunde Menschen – der Verzicht auf Gluten hat keine positiven Auswirkungen auf die Gesundheit.

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Lesen Sie den gesamten Artikel hier: www.konsument.at/glutenfreie_lebensmittel_062020


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