Handynutzung: Kosten sparen, Umwelt schonen

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Handynutzung: Kosten sparen, Umwelt schonen (Bild: Maxx Studio / Shutterstock.com)

Nachhaltig statt kurzlebig: Warum Sie dem Trend zum Handy als Wegwerfprodukt gegensteuern und was Sie dabei beachten sollten.

Die Nutzungsdauer von Handys und Smartphones hat wenig mit ihrem tatsächlichen Lebenszyklus zu tun. Mobilfunkverträge mit subventionierten Neugeräten im Zwei-Jahres-Rhythmus und der rasche Modellwechsel, bei dem oft relativ geringe Änderungen als revolutionäre Neuerungen verkauft werden, schüren die Nachfrage. Ob ein tatsächlicher Bedarf vorhanden ist, steht auf einem anderen Blatt.

Globale Folgen

Die Folgen sind jedenfalls weitreichend und enden nicht bei der Antwort auf die Frage, in welcher Form wir hier in Österreich mit den Bergen funktionsfähiger Althandys umgehen. Die gängigen Lösungen verlagern die Probleme nur zeitlich oder geografisch und haben – so wie die Produktion der Geräte – globale Auswirkungen auf Menschen und auf die Umwelt. Auf Dauer können wir davor nicht die Augen verschließen.

Auswirkungen aufs Geldbörsel

Die unmittelbaren Folgen für das private Budget sieht man meist auch nicht auf den ersten Blick. Es ist aber leicht nachzurechnen, dass das Null-Euro-Handy bei Berücksichtigung der Gesamtkosten nicht jenes Schnäppchen ist, als das es präsentiert wird. Möchte man hingegen die Nutzungsdauer seines Gerätes bewusst verlängern, dann tun sich eine ganze Reihe von Einsparungsmöglichkeiten auf.

Bewusstsein schaffen

Nachhaltigkeit ist ein viel strapaziertes Schlagwort. Das bedeutet aber nicht den Verzicht auf die Annehmlichkeiten der modernen Kommunikationstechnologie, sondern den bewussten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. In diesem Artikel finden Sie viele Hintergrundinfos und Tipps, wie Sie dieses Ziel für sich selbst erreichen können.

  • Untreue kann sich auszahlen – Treue auch

    Günstig nur mit Bindung

    Je teurer ein Gerät ist, desto interessanter wird es als (scheinbares) Schnäppchen. Allerdings sind günstige Angebote üblicherweise mit einem Tarif mit zweijähriger Bindung kombiniert. Außerdem ist das Handy meist an ein bestimmtes Mobilnetz gebunden (Sim-locked). Bei einem Anbieterwechsel müssen Sie es kostenpflichtig entsperren lassen.

    In Summe oft kostspielig

    Bei Neuabschluss oder Anbieterwechsel sollten Sie nachrechnen, ob sich ein Kombiangebot aus Handy und Vertrag lohnt. Wenn der Provider (Mobilfunkanbieter) das Gerät günstig bis kostenlos bereitstellt, fällt auf der anderen Seite eine höhere monatliche Grundgebühr an. Dazu kommen einmalige Aktivierungskosten, die jährliche Servicepauschale und kostenpflichtige Zusatzpakete.

    Sim pur als Alternative

    Möglicherweise sind Sie mit einem für alle Netze offenen Gerät und einem individuell gewählten Tarif besser dran. Man spricht auch von Sim pur oder Sim only, weil Sie lediglich eine Sim-Karte ausgehändigt bekommen. Besonders günstig steigen Sie beim Onlinekauf in den Webshops der Provider aus. Oft können Sie dort der Aktivierungsgebühr entgehen und haben die Wahl zwischen Tarifen mit und ohne Bindefrist. Auch Wertkartentarife sind einen Vergleich wert.

    Mehr Wettbewerb, günstigere Tarife

    Der österreichische Markt hat sich verändert: Anfang 2017 waren 36 Marken mit verschiedenen Tarifpaketen vertreten. Zusätzlich zu den angestammten Anbietern A1, Drei und T-Mobile mit ihren Diskontmarken Bob, yesss, eety und Telering, sind virtuelle Provider tätig, von Hofer Telekom (HoT) über Spusu und Media Markt Mobil bis hin zu Rapid Mobil für die grün-weißen Fußballfans. Virtuelle Provider haben eigene Tarife, aber kein Netz. Sie mieten sich bei einem der drei großen Netzbetreiber ein. Dazu kommen Kooperationen wie von Kurier und Kronen Zeitung, wo man den Vertrag nicht mit dem Zeitungsverlag, sondern mit A1 abschließt. Dem Vorteil sinkender Preise und attraktiver Pakete steht der Nachteil steigender Unübersichtlichkeit gegenüber.

    Mehr Überblick

    Bei der Telekom-Regulierungsbehörde RTR finden Sie eine Liste der Marken mit den dazugehörigen Vertragspartnern und Netzen (www.rtr.at/de/tk/TKKS_BetreiberMN). Bedenken Sie: Es gibt viele Anbieter/Marken, aber nur drei Mobilfunknetze (A1, Drei, T-Mobile). In schlecht versorgten Gebieten wird der Empfang nicht besser, wenn Sie zu einem virtuellen Provider im selben Netz wechseln.

    Wer seltener tauscht, spart

    Fest steht: Wenn Sie das Handy länger als zwei Jahre nutzen, sparen Sie. Es macht einen Unterschied, ob Sie die Anschaffungskosten auf zwei oder mehr Jahre aufteilen können. Gibt es eine vertragliche Bindefrist, können Sie bei Vertragsverlängerung auch eine Treueprämie in Form einer Gutschrift auf die monatliche Grundgebühr wählen.

    Checkliste Tarifsuche

    • Wer ist der Vertragspartner und welches der drei Netze nutzt er?
    • Wie hoch ist die monatliche Grundgebühr?
    • Wie hoch sind die Zusatzkosten (Aktivierungsgebühr, Servicepauschale, Zusatzpakete)?
    • Wie hoch sind die Gesamtkosten nach zwei Jahren?
    • Welche Bindefrist gibt es?
    • Entspricht der Tarif hinsichtlich Kosten und Leistungsumfang (Freiminuten, Datenvolumen) den eigenen Möglichkeiten und Bedürfnissen?
    • Wie viel kostet ein vergleichbarer Tarif ohne Handy?
    • Wie viel kostet das Entsperren des Handys und ab wann ist dies möglich?

    Den individuell besten Tarif finden Sie auch über den Tarifrechner der AK: http://ak.fonito.at oder auf www.durchblicker.at.

  • Qualität und Haltbarkeit

    Nicht für die Ewigkeit gemacht

    Natürlich kann man nicht erwarten, dass ein elektronisches Gerät „ewig“ hält. Neben der mechanischen Belastung und Unfällen bei der täglichen Handhabung sind es bei den heutigen Smartphones oft Fehler in der Elektronik oder auch ein vom Anbieter nicht mehr unterstütztes und somit veraltetes Betriebssystem. Dadurch wird die Lebensdauer bzw. die Dauer der uneingeschränkten Nutzbarkeit aller Funktionen begrenzt. Auch die Stichworte Feuchtigkeitsschaden und Obsoleszenz (bewusst eingebaute Schwachstellen, welche die Lebensdauer verkürzen) sind immer wieder Thema und kaum abschätzbar. Trotzdem sind drei bis vier Jahre ein grundsätzlich anzustrebender, vernünftiger Nutzungszeitraum. Um dieses Ziel zu erreichen, muss man schon bei der Geräteauswahl mit Überlegung vorgehen.

    Preisgünstig statt billig

    Wer billig kauft, kauft teuer, lautet eine alte Weisheit. Sie ist insofern richtig, als Billiggeräte sicher nicht mit Blick auf Haltbarkeit und Robustheit gebaut werden. Andererseits lässt ein Preis von 700 und mehr Euro ebenfalls keine verbindlichen Rückschlüsse auf die tatsächliche Lebensdauer zu. In der Spitzenklasse zahlt man auch den Markennamen, das Plus an (nur teilweise notwendiger) Ausstattung und Leistung sowie die Tatsache, dass es sich um das aktuell begehrteste Modell handelt. Grundsätzlich sollte man daher einen Mittelweg suchen, also ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Dafür gibt es zwar keine Definition, aber zumindest eine Reihe von Anhaltspunkten.

    Preis

    Das mittlere Preissegement bei (multimediafähigen) Handys und Smartphones, in dem man von höherwertigen Produkten ausgehen kann, bewegt sich ungefähr zwischen 200 und 400 Euro im freien Verkauf. Wobei Sie beim Onlinekauf bzw. der Wahl eines Vorgängermodells sparen und schon ab rund 150 Euro fündig werden können. Eine hochpreisige Marke wie Apple fällt dann natürlich weitgehend aus dieser Auswahl heraus.

    Marke

    Auch wenn der eine oder andere exotische Anbieter auf den Markt drängt, ist es im Hinblick auf die zu erwartende bessere Versorgung mit Ersatzteilen und Zubehör sinnvoller, zu einem Gerät eines der bekannten Markenhersteller zu greifen.

    Wiederverkaufswert

    Ergänzend zur Empfehlung mit den Markengeräten, aber etwas im Widerspruch zur Preisfrage, muss man sagen: Gerade die teuren Top-Modelle namhafter Marken haben auf dem freien Markt einen vergleichsweise hohen Wiederkverkaufswert – und dies trifft nicht zuletzt auf Apple zu. Es ist ja schließlich nirgends festgeschrieben, dass Sie selbst das Handy bis zum Ende seiner Lebensdauer nutzen müssen. Der private Weiterverkauf ist eine sinnvolle Alternative zur vorzeitigen Entsorgung eines funktionstüchtigen Gerätes.

    Verarbeitungsqualität

    Im hochpreisigen Segment begegnet man zunehmend Smartphones mit robustem Aluminiumgehäuse. Andere setzen auch bei den Topgeräten auf Kunststoff – oft durch einen Metallrahmen verstärkt –, um die Verkaufspreise attraktiver gestalten zu können. Bei den mittelpreisigen Modellen ist Vollkunststoff gang und gäbe. Auf jeden Fall sollten Sie auf die Verarbeitungsdetails achten. Dazu gehören z.B. die Griffigkeit des Gehäuses, der feste Sitz der Akkuabdeckung, der passgenaue Einbau des Displays, das Ansprechen der Bedientasten (z.B. Lautstärkeregelung, Home-Button), die Reaktionsfreudigkeit des Touchscreens, die Leichtgängigkeit der Steckverbindungen (z.B. Kopfhörer-Klinke, Micro-USB) bei gleichzeitig gutem Halt und das einfache Einschieben und Entfernen von Sim-Karte und Micro-SD-Speicherkarte.

    Test- und Erfahrungsberichte

    Bei der Entscheidung hilfreich sein können auch die regelmäßigen Tests, die wir auf konsument.at veröffentlichen. Sie beinhalten, neben der Funktions- und Handhabungsbewertung, auch eine Fallprüfung, bei der die Geräte 100 Stürze ohne Funktionsstörung überstehen müssen. Zusätzlich werden sie auf Schweiß- und Regenfestigkeit untersucht. Daneben können Erfahrungsberichte anderer Nutzer, wie man sie z.B. in Onlineshops findet, die eine oder andere interessante Information liefern.

    Austauschbarer Akku

    Ein ganz wichtiger Aspekt ist die einfache Austaschbarkeit des Akkus. Fest verbaute Energiespender in Gehäusen mit Spezialschrauben verteuern den Akkutausch erheblich, weil sie die Konsumenten an die Servicestelle des Anbieters binden und meist nicht der Akku selbst, sondern die Arbeitszeit die Kosten in die Höhe treibt. Manche Hersteller haben die eingebauten Akkus zum Prinzip erhoben, in anderen Fällen lässt das Alugehäuse „aus einem Guss“ gar keine Alternative zu.

    Tipps zum sorgsamen Umgang

    • Mit einer Hülle/einem Bumper aus Stoff, Leder, Kunststoff, Silikon etc. kann man das Gehäuse und – je nach Ausführung – auch das Display schützen.
    • Eine Displayfolie kann Kratzer vermindern helfen.
    • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, diese kann das Display schädigen.
    • Nicht in engen Hosentaschen tragen, sonst besteht beim Bücken oder Setzen Bruchgefahr.
    • Nicht in offenen Brust- oder weiten Hosentaschen tragen, das Handy kann leicht herausfallen.
    • Nicht neben befüllten Gläsern ablegen, z.B. beim Essen.
    • Vor Nässe und Schweiß schützen (Korrosionsgefahr bei elektronischen Bauteilen!), ebenso vor Staub und Sandkörnern. Wasser- und staubdichte Schutzhüllen sind erhältlich.
    • Durch Temperaturschwankungen (z.B. zwischen Piste und Skihütte) auftretendes Kondenswasser ist ebenfalls problematisch. Auch hier helfen wasserdichte Hüllen sowie das Tragen am Körper und 30-minütiges Akklimatisieren des Handys in der Wärme vor Entnahme aus der Schutzhülle.
  • Kaufüberlegungen

    Ausstattung

    Je nach Ihren bevorzugten Anwendungsbereichen kommt den Ausstattungsdetails des Gerätes mehr oder weniger große Bedeutung zu. Auch dies steht im Zusammenhang mit der Nutzungsdauer, denn Sie sollen ja lange Freude an Ihrem Handy haben bzw. soll es im Optimalfall längerfristig auf einem akzeptablen Niveau mit den aktuelleren Modellen mithalten können. Wenn Sie mit dem Handy gerne fotografieren, dann sollten Sie auf eine gute Bildqualität achten. Auch die Auflösung und die Lesbarkeit des Displays sollten rein optisch für Sie akzeptabel sein. Und wenn Sie gerne Videos schauen oder sich häufig mit Spielen die Zeit vertreiben, dann schadet ein schneller Rechenchip nicht, weil er den Anforderungen und der Beanspruchung besser und länger gewachsen ist.

    Aktualisierung des Betriebssystems

    Um mit den Entwicklungen mithalten zu können, sollte während der Nutzungsdauer auch das Betriebssystem auf Höhe der Zeit sein. Während es bei Apple immer schon selbstverständlich war, dass auch ältere iPhones über einen längeren Zeitraum mit der jeweils aktuellen Version versorgt werden, ist die Vorgangsweise bei den Android-Geräten eine andere. Hier sind die einzelnen Hersteller bzw. Mobilfunkprovider dafür zuständig, die von Google freigegebenen Aktualisierungen (Upgrades) weiterzugeben. Es ist nicht erst einmal vorgekommen, dass Geräte mit Sim-Lock gar nicht oder erst mit langer Verzögerung aktualisiert wurden bzw. dass unter den freien Geräten nur die mittel- und höherpreisigen Smartphones in den Genuss der neuesten Version des Betriebssystems kamen.

    Checkliste Kaufüberlegungen

    • Billig gekauft ist die schlechteste Wahl.
    • Die Mittelklasse bietet das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
    • Top-Modelle haben einen höheren Wiederverkaufswert.
    • Durch Wahl des Vorgängermodells kann man deutlich sparen.
    • Gute Verarbeitungsqualität trägt auch zur längeren Lebensdauer bei.
    • Ein einfach austauschbarer Akku ist zu bevorzugen.
    • Die Geräteausstattung sollte den eigenen Bedürfnissen entsprechen.
    • Wer das Handy intensiv nutzt, sollte von Haus aus mehr investieren.
  • Akkus und ihre Lebensdauer

    Handy-Akkus

    Noch immer kursieren viele Falschinformationen zum Thema Handy-Akkus und deren richtige Pflege. Sie stammen aus einer Zeit, als die damals gebräuchlichen Nickel-Cadmium-Akkus (Ni-Cd) tatsächlich sehr empfindlich auf falsche Behandlung reagierten und eine Verkürzung der ohnehin nicht üppigen Lebensdauer die Folge war. Aktuell kommt bei den Handyakkus durchwegs die Lithium-Technologie zum Einsatz. Eines der Kennzeichen ist, dass in den Akku eine Schutzelektronik integriert ist, auf deren Verhalten der Nutzer kaum Einflussmöglichkeiten hat. Nach einer bestimmten Anzahl von Ladevorgängen lässt die Akkukapazität auf jeden Fall nach.

    Trotzdem können Sie durch Berücksichtigung nachstehender Punkte das Ende der Energiespeicher hinauszögern. Nachbau-Akkus können dabei helfen, noch mehr Geld zu sparen, von Billigangeboten ist jedoch (auch aus Sicherheitsgründen) abzuraten. Hier ist es ratsam, sich an den Erfahrungsberichten anderer Nutzer zu orientieren.

    Tipps zur Akkuschonung

    • Bei der ersten Inbetriebnahme vollständig aufladen.
    • Danach immer bei ca. 90 bis 95 % Ladestand abstecken.
    • Vollständige Entladung vermeiden (nicht unter 10 % Ladestand).
    • Nachladen zwischendurch verkürzt die Lebensdauer nicht.
    • Nicht über Nacht am Ladegerät hängen lassen.
    • Original-Ladegeräte verwenden oder solche von bekannten Drittanbietern, deren Leistung auf den Akku und das Gerät abgestimmt ist. Ladegeräte sind schneller als die USB-Buchse am Computer.
    • Sehr hohe Temperaturen vermeiden (z.B. Armaturenbrett eines Autos bei Sonneneinstrahlung). Der Akku kann überhitzen.
    • Sehr tiefe Temperaturen vermeiden. Die Leistung fällt rapide ab, vorzeitiges Nachladen ist nötig.
    • Bei längerer Nichtbenutzung Akku – falls möglich – aus dem Gerät entfernen und halb geladen lagern.

     

    (Noch) keine Vereinheitlichung

    Ein dringender Wunsch an die Industrie sind standardisierte Akkus, so wie es sie z.B. bei den gängigen Batteriegrößen AA und AAA schon lange gibt. Immerhin dürfen seit Jänner 2017 nur noch Ladegeräte verkauft werden, die dem EU-Standard entsprechen. Zwar hatte sich die EU-Kommission schon 2009 mit führenden Handyherstellern auf einheitliche Micro-USB-Ladegeräte geeinigt, es gab aber weiterhin unterschiedliche Adapter, die sich nicht mit jedem Gerät vertrugen.

    Tipps zum Stromsparen

    • Display manuell dimmen und Timeout-Zeit (= Zeitraum, in dem das Display leuchtet; oft mit der automatischen Bildschirmsperre kombiniert) kurz halten.
    • Energiefresser bei Nichtnutzung abschalten (Bluetooth, WLAN, GPS, Push-Dienste, animierte Hintergrundeffekte und 3G/LTE – sofern nicht der Provider die Abschalt-Option deaktiviert hat).
    • Hintergrundaktualisierung von Apps (z.B. Wetter, Börsenkurse, Google Maps) beschränken bzw. deaktivieren (Android 6: >Einstellungen >Apps bzw. Anwendungsmanager >(App-Name) >Berechtigungen; iOS 10: >Einstellungen >Allgemein >Hintergrundaktualisierung).
    • Navi-Apps, die im Hintergrund weiterlaufen, komplett schließen (Android 6: Liste der zuletzt verwendeten Apps aufrufen und Wischgeste zur Seite bzw. nach oben; iOS 10: zweimal den Homebutton drücken und Wischgeste nach oben).
    • Automatisches Laden von Bildern in E-Mails unterbinden.
    • Häufigkeit der Informationsabfrage von Apps reduzieren (z.B. Wetterdienst, E-Mails) bzw. Push-Mail (= sofortige Zustellung von E-Mails) abschalten.
    • Vibrieren abstellen.
    • App-Aktualisierungen gezielt manuell durchführen.
    • Auch das Abschalten des Handys bzw. zumindest das Umschalten auf den Flugmodus spart Strom.
       
  • Reklamation und Reparatur

    Garantie und Gewährleistung

    Während eine umfassende Garantie manchmal sogar als Verkaufsargument dient, ist sie auf der anderen Seite oft sehr eingeschränkt, was ihre Gültigkeitsdauer oder ihren Umfang betrifft, und sie kann sogar mit Kosten verbunden sein. In allen Fällen muss man wissen, dass Garantie immer eine freiwillige Zusage des Herstellers ist, auch wenn er dazu verpflichtet ist, die versprochenen Leistungen dann auch einzuhalten.
    Gesetzlich verankert ist hingegen die (meist) zweijährige Gewährleistung, die aber nicht den Hersteller, sondern den Verkäufer in die Pflicht nimmt und (mit Ausnahme von Privatverkäufen) auch durch eventuelle Klauseln im Kaufvertrag nicht ausgeschlossen werden kann. Der Verkäufer ist beim unerwarteten Auftreten von Problemen erster Ansprechpartner für die Kunden. Innerhalb von 6 Monaten nach dem Kauf, oder genauer gesagt der Übergabe der Ware, haben Sie zusätzlich den Vorteil, dass der Händler beweisen muss, dass der aufgetretene Fehler nicht schon von Beginn an bestanden hat. In der Zeit danach wird es ein wenig schwieriger, was aber nichts am grundsätzlichen Anspruch auf Gewährleistung ändert.

    Reparatur oder Austausch

    Im Gewährleistungsfall haben Sie in erster Linie die Wahl zwischen Reparatur (juristisch korrekt spricht man von Verbesserung) und Austausch des fehlerhaften Produkts. Beides natürlich kostenlos! Besonders bei fabriksneuen Handys wird wohl der Austausch die bessere Entscheidung sein. Wenn Sie eine kostenlose Verbesserung verlangen, dann halten Sie dies auch schriftlich fest, um klarzustellen, dass es sich um keinen kostenpflichtigen Reparaturauftrag handelt.

    Preisminderung oder Vertragsauflösung

    Lehnt der Verkäufer Verbesserung oder Austausch ab oder kommt er damit in Verzug, dann können Sie Preisminderung (was bei einem defekten Gerät aber meist keinen Sinn machen wird) oder Vertragsauflösung (= Geld zurück) verlangen.

    Feuchtigkeitsschäden

    In der Theorie sollten Reklamationen also kein Problem sein, wäre da nicht ein häufiger Defekt namens Feuchtigkeitsschaden, der auffallend häufig festgestellt wird. Händler bzw. Hersteller verweigern daraufhin Reparaturen im Rahmen von Gewährleistung und Garantie. Die Händler begründen dies auf Nachfrage mit strikten Anweisungen, die sie von den Herstellern bekommen hätten, diese wiederum verweisen auf das Risiko nicht vorhersehbarer Folgeschäden. Oft muss man als Kunde auch noch bis zu 40 Euro Bearbeitungsgebühr hinblättern, um am Ende zu erfahren, dass keine Reparatur durchgeführt wird.
    Der Nachweis ist schwierig. Wenn man keine Rechtsschutzversicherung hat, die bereit ist, den Fall zu übernehmen, dann wird man als Privatperson kaum den Weg über ein Gegengutachten und eine Klagsdrohung wählen. Hilfestellung bekommen Sie jedenfalls bei unserer VKI-Beratung.

    Unabhängige Reparaturbetriebe

    Tatsache ist, dass sich viele Feuchtigkeitsschäden sehr wohl beheben lassen. Es hängt immer davon ab, wie tief die Feuchtigkeit ins Geräteinnere vorgedrungen ist und welche Teile von Korrosion betroffen sind. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Handyshops, die solche Aufträge übernehmen. Wir haben im Jahr 2014 österreichweit 28 Betriebe ausfindig gemacht, die sich grundsätzlich bereit erklärt habe, Geräte mit (vermuteten) Feuchtigkeitsschäden zu übernehmen – natürlich ohne Erfolgsgarantie. In vielen Fällen werden Bearbeitungsgebühren für die Diagnose verrechnet, auch wenn kein Reparaturversuch unternommen wird. Dies ist grundsätzlich erlaubt, sofern Sie vor der Geräteübergabe darauf hingewiesen werden. Fragen Sie auf jeden Fall nach und klären Sie außerdem vor Auftragserteilung, was die Reparatur (ungefähr) kosten wird. Manche Betriebe arbeiten mit Pauschalbeträgen.

    Reparaturinitiativen

    Eine Möglichkeit einen geeigneten Betrieb (oder bei einfachen Eingriffen Anleitungen zum Selbermachen) zu finden, sind auch die immer zahlreicher werdenden Reparaturinitiativen. Beispiele dafür sind: www.bmv.at/index.php/cat_id/33; http://repaircafe.org/de; www.repanet.at; www.reparaturnetzwerk.at; www.rusz.at; www.wenigermist.at/reparieren-gebrauchtwaren; www.ifixit.com.

  • Produktion, Entsorgung, Recycling

    Unfaire Rahmenbedingungen

    Handys sind – so wie viele andere elektronische Geräte – nicht erst bei der Entsorgung problematisch. So sind die Arbeitsbedingungen der Menschen in den Fabriken der asiatischen Niedriglohnländer ein Thema, das bisher vergeblich auf eine zufriedenstellende Lösung wartet. Hinzu kommt der Bedarf an seltenen Rohstoffen, wie das aus dem Kongo stammende Metall Tantal, das aus Coltan-Erz gewonnen wird. Zur schlechten Bezahlung und den ungesunden Arbeitsbedingungen der Bergarbeiter kommen die Korruption und der seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder aufflammende Krieg mit den Nachbarn Uganda und Ruanda, die Teile des Landes besetzt halten. Ähnlich wie Zinn (für Lötverbindungen) zählt Tantal daher zu den sogenannten Konfliktmaterialien. Nur einzelne Personen oder Gruppen profitieren wirklich von dem bei uns so begehrten Metall, dessen überragende Korrosionsbeständigkeit es für Elektronikbauteile derzeit unersetzlich macht.

    Ein Ende mit Schrecken

    Am anderen Ende des Lebenszyklus elektronischer Geräte steht oft die riesige Mülldeponie Agbobloshie in Ghanas Hauptstadt Accra, auf der monatlich Hunderte Tonnen von Elektronikschrott aus Europa und den USA landen. Zwar erlaubt die EU die Ausfuhr funktionstüchtiger Second-Hand-Ware, doch leider wird dies oft zur billigen Entsorgung defekter Geräte missbraucht. Das Tragische daran: Die „Verwertung“ des Elektronikschrotts erfolgt meist durch Kinder, welche die Kunststoffteile verbrennen, um an die wertvollen Bestandteile zu gelangen. Für eine Handvoll Münzen als Verkaufserlös setzen sie sich krebserregenden Dämpfen aus und verbringen ihr Leben auf einer hochgradig kontaminierten Deponie. Wobei speziell Alt- und Gebrauchthandys bevorzugt nach China gehen, wo diese Geräte ja großteils auch gebaut werden. Die Berichte aus der chinesischen Stadt Guiyu – der zweiten monströsen Elektronikschrott-Müllhalde unseres Planeten – sind allerdings um keine Spur beruhigender als jene aus Afrika.

    Initiativen für mehr Fairness

    Während die Probleme insgesamt noch weit von einer Lösung entfernt sind, gibt es zumindest einzelne Initiativen, die eine Verbesserung der Situation im Kleinen versuchen. So betreiben z.B. mit Unterstützung der niederländischen Regierung mehrere internationale Elektronikunternehmen im Kongo die Conflict-free Tin Initiative. Damit vergleichbar ist Solutions For Hope im Hinblick auf Tantal. Ziel ist es, den Weg der Rohstoffe nachvollziehbar zu machen, indem diese direkt von der Mine bezogen und sowohl dubiose Zwischenhändler als auch bewaffnete Gruppen ferngehalten werden. Was die Wiederverwertung von Elektronikschrott betrifft, so gibt es vereinzelte Versuche, in Ghana nach zeitgemäßen Standards funktionierende Recyclingbetriebe zu etablieren, denen eine Abnahme der wiedergewonnenen Rohstoffe zu fairen Preisen garantiert wird. Eingebunden in diese Initiativen ist auch die Fairphone-Stiftung (www.fairphone.com), die erfolgreich die ersten Smartphones vermarktet, die nach den Grundsätzen der Fairness, Transparenz, Umweltverträglichkeit und Reparaturfähigkeit gebaut werden – soweit dies angesichts der Vielzahl benötigter Materialien möglich ist.

    Sinnvoll entsorgen

    Vor dem Hintergrund der oben geschilderten Zustände sollte man sowohl die Nutzungsdauer als auch die Entsorgung des eigenen Handys neu überdenken. Für Letzteres stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

    Privatverkauf

    Online-Marktplätze wie willhaben.at oder Auktionsplattformen wie eBay (wo aber Einstell- und Verkaufsgebühren anfallen) sind voll mit gebrauchten Handys. Dort können Sie sich auch einen Überblick verschaffen, welchen Preis Ihr Gerät noch erzielen kann. Erfolgsgarantie gibt es natürlich keine. Gängige Modelle finden leichter Interessenten, ebenso wie solche ohne Sim-Lock. Für den Besitzer ist dies die lukrativste Variante, die außerdem die Gesamtnutzungsdauer des Gerätes verlängert. Was in der Folge mit dem Handy geschieht, bleibt natürlich offen.

    Re-Commerce

    Dieser Begriff bezeichnet einen boomenden Geschäftszweig, der sich mit der kommerziellen Wiederverwertung von Gebrauchtgeräten befasst. Anbieter wie wirkaufens.at, rebuy.at, flip4new.at oder altehandys.at kaufen Handys (sowie Computer und Unterhaltungselektronik) von Privatpersonen, um sie dann gewinnbringend weiterzuverkaufen oder dem Recycling zuzuführen. Letzteres bedeutet, dass defekte Geräte in Österreich oder anderswo in Europa fach- und umweltgerecht zerlegt werden und die enthaltenen Rohstoffe in den Produktionskreislauf zurückkommen.
    Noch funktionstüchtige Handys werden an Großhändler verkauft, welche sie in Asien aufbereiten lassen und dort oder in Afrika wieder auf den Markt bringen. So wird die Nutzungsdauer verlängert, die Menschen in infrastrukturschwachen Regionen kommen vergleichsweise günstig zu Mobiltelefonen und es müssen weniger Neugeräte produziert werden, was den Aufwand an Energie und Rohstoffen reduziert.
    Dasselbe gilt übrigens für die bekannte Handy-Sammelaktion „Ö3 Wundertüte“, hinter der die Caritas mit ihrem in Wien angesiedelten Althandy-Verwertungszentrum steckt, in dem Langzeitarbeitslose beschäftigt werden.
    Allerdings erfolgt das Recycling der meisten Gebrauchthandys einige Jahre später erst wieder unter den bereits geschilderten, für Mensch und Umwelt schädlichen Bedingungen. Re-Commerce ist so gesehen eine zweischneidige Sache.

    Rückkauf durch den Provider

    Bei A1 und T-Mobile können Sie Ihr altes Handy nicht zur zurückgeben, Sie bekommen auch bares Geld dafür bzw. einen Eintauschbonus gutgeschrieben. Die beiden Provider führen die Geräte der „Wiederverwertung“ zu, das heißt sie werden entweder fachgerecht recycelt oder sie werden weiterverkauft, was wohl nichts anderes bedeutet, als dass auch sie auf die Second-Hand-Märkte in Asien oder Afrika gelangen.

    Kommunale Sammelstellen

    Nachdem die Mülltonne mit Sicherheit der schlechteste Platz ist, um Altgeräte zu entsorgen, stehen für defekte Handys auf jeden Fall auch die Problemstoffsammelstellen der einzelnen Gemeinden zur Verfügung. Hier ist eine fach- und umweltgerechte Verwertung sichergestellt.


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