Kontowechsel - Einfach und schnell

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Bank Schild (Bild: Arsenie Arasnevsky)

Wer mit seiner Bank unzufrieden ist, kann unkompliziert zu einer anderen wechseln. Seit September 2016 gelten neue Bestimmungen, die den Wechsel noch problemloser als bisher gestalten.

Wenn man unzufrieden wird

Von allen möglichen und unmöglichen Seiten wird uns klar gemacht, wie schwierig es im Augenblick für die Banken ist. Manche Banken nehmen das zum Anlass, mit mehr oder weniger kreativen Ansätzen ihre Ertragssituation zu optimieren. Erstaunlich und auch etwas befremdlich wenn dabei – wie zuletzt bei BAWAG P.S.K. – Tausende Kunden ein Umstiegsangebot auf teurere Produkte erhalten, weil die alten (günstigen) Produkte einer Sortimentsbereinigung zum Opfer fallen. Wenn man da nicht mitspielt, wird auch gleich mal prophylaktisch eine Kündigung ausgesprochen. Nur Tage später vermeldet diese Bank dann nach eigenen Worten „einen sehr starken Quartals-Nettogewinn“ aufgrund operativer Kostenreduktion und Ertragssteigerung.

Natürlich bleibt es privatwirtschaftlich orientierten Unternehmen wie der BAWAG P.S.K. vorbehalten ihr Geschäftsmodell anzupassen. Inwieweit soziale Verantwortung und gesellschaftliche Verantwortung dabei eine Rolle spielen und spielen sollten, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Aber zu einem Vertrag gehören immer zwei Parteien. Eine gute Gelegenheit für die Verbraucher, die sich nicht angemessen behandelt fühlen einem Anbieter zu signalisieren, dass man nicht alles schlucken muss.

Welche Alternativen bestehen

Zum Glück gibt es eine ganze Reihe günstiger Anbieter, zu denen man wechseln kann. Einen ersten Überblick über grundsätzliche Konditionen finden Sie in der Tabelle auf konsument.at. Die im Verbraucherzahlungskontogesetz verankerte Vergleichsplattform für Girokonten unter www.bankenrechner.at ist eine gute erste Anlaufstelle, um sich einen Marktüberblick zu verschaffen.

Kurz gesagt, es gibt eine große Spannbreite bei den Anbietern, was Konditionen, Kontogebühren aber auch Sondergebühren betrifft. Hier ist ein Blick auf die jeweiligen Konditionsübersichten auf den Internetseiten der Anbieter oder deren Broschüren nicht zu vermeiden, um sich im Detail zu informieren.

Ein Wechsel ist umständlich und teuer?

Das aufwändigste bei einem Kontowechsel ist die Auswahl des neuen Kontos. Danach erledigt das meiste Ihre neue Bank für Sie. Durch das Verbraucherzahlungskontogesetz wurde auch der Kontowechsel geregelt. Er soll für den Verbraucher einfach und unkompliziert erfolgen können und kostenlos erfolgen.

Der Verbraucher kann die neue Bank ermächtigen, sich die Daten für einen reibungslosen Kontowechsel von der alten Bank einzuholen. Daraufhin hat die alte Bank binnen 5 Geschäftstagen unter anderem folgende Daten, bezogen auf die letzten 13 Monate, zur Verfügung zu stellen:

  • Daueraufträge
  • Wiederkehrende Eingänge (z.B. Gehalt)
  • Wiederkehrende Lastschriften (Einzugsermächtigungen)

In diesem Zusammenhang wird auch ein Datum festgelegt, ab dem Daueraufträge und die Akzeptanz von Lastschriften auf die neue Bank übergehen, bzw. nicht mehr von der alten Bank ausgeführt werden. Dann wird auch ein verbleibendes Guthaben auf das neue Konto übertragen und das alte Konto geschlossen.

Die neue Bank hat dann, entsprechend der Ermächtigung unter anderem

  • Daueraufträge einzurichten
  • Vorkehrungen zur Akzeptanz von Lastschriften zu ergreifen
  • Wiederkehrende Zahler (z.B. Arbeitgeber) von der neuen Bankverbindung zu unterrichten
  • Lastschrifteinzieher von der neuen Kontoverbindung und dem Datum der Umstellung der Einzugsaufträge zu benachrichtigen
  • Evtl. fehlende Angaben zu Lastschrifteinzügen vom Verbraucher anzufordern

Möchte man dies als Kunde nicht der neuen Bank überlassen sondern selbst durchführen, so ist die neue Bank verpflichtet, dem Kunden entsprechende Musterschreiben zur Verfügung zu stellen. Im Idealfall hat der Verbraucher aber wenig selbst durchzuführen. Kosten fallen dafür nur bei entsprechender vorheriger Vereinbarung gem. Zahlungsdienstegesetz an. In aller Regel ist der Wechsel jedoch kostenlos.

Fazit

Der Verbraucher sollte sich also nicht ärgern oder mit seiner Bank herumstreiten, sondern einen schnellen Schnitt vollziehen. Ein Kontowechsel funktioniert in Österreich nach unseren Erfahrungen überwiegend reibungslos und nach den neuen Bestimmungen auch komfortabel. Bietet uns ein Unternehmen nicht mehr den Service, den wir erwarten, sollten wir ein deutliches Signal setzen. Oder wie es so schön heißt: Das regelt der Markt. Und der Markt sind wir – die Konsumenten.


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