TEST: Rezeptfreie Medikamente 4/2018

medikamente_slider_1060px.jpg

Vergleich: Rezeptfreie Medikamente - Bestseller im Eignungstest

Medikamente müssen wirken, ihre möglichen unerwünschten Wirkungen kalkulierbar sein. Wir haben uns 150 der meistverkauften rezeptfreien Präparate näher angeschaut.

Plagen uns Kopfschmerzen oder eine Erkältung, holen wir uns gern ein rezeptfreies Medikament aus der Apotheke. Besonders gefragt sind Schmerz- und Erkältungsmittel. Manche der Präparate sind echte Besteller. Sie gehen jedes Jahr millionenfach über den Ladentisch.

Schon lange am Markt

Die meisten der eingesetzten Wirkstoffe sind bereits seit langer Zeit auf dem Markt. Bevor ein Mittel in den Verkauf gelangen kann, muss es ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Dabei hat der Hersteller im Wesentlichen den Nachweis zu erbringen, dass das Medikament wirksam und die Einnahme für den Patienten unbedenklich ist.

Nicht alle geeignet

In unserem Test schneiden aber längst nicht alle zugelassenen Mittel mit "geeignet" ab. Das hat damit zu tun, dass wir sehr strenge Maßstäbe anlegen. Wesentlich ist für uns nicht nur die Frage nach der Wirksamkeit eines Medikaments, sondern auch, ob es im Vergleich zu einem Standardtherapeutikum besser oder schlechter wirkt und wie lange diese Wirkung anhält.

Ebenfalls essenziell ist das Risiko für unerwünschte Wirkungen. Ist es etwa bei Mittel A deutlich größer als bei Mittel B, kann A nicht die gleich gute Bewertung wie B erhalten, auch wenn beide Präparate gegen die Erkrankung grundsätzlich wirksam sind.

Mängel bei den Studien

Nicht wenige der vorgelegten Studien zur Wirksamkeit eines Medikaments weisen Mängel auf: Laufzeit zu kurz,  zu wenige Testpersonen oder eingeschränkter Probandenkreis.
Uns interessiert zudem, ob die Studie vom Hersteller finanziert wurde oder ob sie unabhängig vom Hersteller entstand und ob sie in einem anerkannten Fachmagazin veröffentlicht wurde.

In unserem Eignungstest haben wir z.B. folgende Mittel bewertet: Adolorin Ibuforte, Aeromuc, Ascorbisal, Aspirin, Bronchostop, Buscopan, Chlorhexamed, Hirudoid Gel, Iberogast, Nasic pur Nasenspray, Sinupret, Tussastopp, Voltadol, uvm. (Das Bild oben zeigt nur eine Auswahl)

Unter den Indikationen waren z.B. folgende Beschwerden:

  • Abszesse
  • Arthrose/Gelenksbeschwerden
  • Atemwegsinfekte
  • Blähungen
  • Bronchitis
  • Desinfektion
  • Durchfall
  • Erkältungskrankheiten
  • Fieberblasen
  • Fußpilz
  • Gallenbeschwerden
  • Halsentzündungen
  • Hautentzündungen/Schwitzen

 

  • Husten
  • Mundschleimhaut-/Zahnfleisch-/Mandelentzündungen
  • Nebenhöhlenentzündung
  • Pilzinfektionen
  • Raucherentwöhnung
  • Schnupfen
  • Schmerzen & Fieber
  • Sodbrennen
  • Venenerkrankungen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Verstopfung
  • Wundheilung
  • uvm.

Den vollständigen (kostenpflichtigen) Test lesen Sie auf konsument.at/rezeptfreiemedikamente042018.


VKI-Tipps

  • Kombinationspräparate: Alle Substanzen, die eine bestimmte erwünschte Wirkung haben, haben auch potenzielle unerwünschte Wirkungen. Das Risiko dafür steigt mit der Anzahl der in einem Medikament enthaltenen Wirkstoffe. Monopräparate, also Mittel mit nur einem Wirkstoff, sind prinzipiell vorzuziehen.
  • Zusatzstoffe: Viele an sich geeignete Medikamente enthalten Zusatzstoffe, die keinen therapeutischen Nutzen bringen. Sie können allerdings sehr wohl unerwünschte Wirkungen haben – etwa allergieauslösende Konservierungsmittel. Ein anderes Beispiel ist der Zusatz von Vitamin C, der ebenfalls keinen therapeutischen Wert hat.

Diesen Beitrag teilen