Mikroplastik in Kosmetika

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Mikroplastik in Kosmetika: Was die Produkte enthalten; Bild: maximmmmum/Shutterstock.com

Das Thema Mikroplastik sorgt aktuell für nicht zu knappen emotionalen Diskussionsstoff. Vom Granulat in der Zahnpaste bis hin zu Körperpeelings. Mikroplastik kann in zahlreichen kosmetischen Produkten enthalten sein. Wir haben uns einige Kosmetika, die Mikroplastik enthalten könnten, genauer angesehen.

Kunststoffpartikel

Die winzigen Kunststoffpartikel sind mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Sie finden sich in unserer Nahrung und in Kosmetika, sie entstehen durch Reifenabrieb und beim Wäschewaschen. Der Zusatz von Mikroplastik in Kosmetika ist so unnötig wie verzichtbar. Zum einen ist immer noch unklar, ob Mikro­plastik ein gesundheitliches Risiko darstellt, zum anderen wird unsere Umwelt durch Mikroplastik verseucht. Dabei machen die Kunststoffpartikel nur einen Teil des Problems aus.

Flüssige Kunststoffe, Silikone

In vielen Körperpflegeprodukten stecken nämlich auch flüssige Kunststoffe oder ebenfalls synthetisch hergestellte ­Silikone. Sie alle können in unseren Klär­­anlagen nicht aus dem Wasser gefiltert werden und gelangen zum Teil in die Gewässer. Es gibt also genügend Gründe für einen Boykott von Produkten, die Mikroplastik enthalten. Unsere Kosmetik-Experten haben einige Kosmetik-Produkte eingekauft, bei denen der Verdacht nahe liegt, dass sie Mikroplastik enthalten. 

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Mikroplastik: Unsere Kosmetik-Experten haben Kosmetika eingekauft, bei denen der Verdacht besteht, dass sie Mikroplastik enthalten. Bild: maximmmmum_/Shutterstock.com

12 Kosmetik-Produkte geprüft

Bei folgenden Produkten haben unsere Kosmetik-Experten geschaut, ob sie Mikroplastik enthalten und welche umstrittenen Inhaltsstoffe sonst noch drinnen sind:

  • The Body Shop – Coconut Exfoliating
  • Cream Body Scrub Hipp Sonnenmilch Ultra-Sensitiv
  • Snails (gekauft bei Müller) – hair body glitter
  • Mentadent Zahnpasta (gekauft bei dm) – Mentadent Micro Granuli
  • Yves Rocher – Monoi de Tahiti Schimmerndes Körper-Öl
  • L’Occitane – Verveine Agrumes Refreshing Shower Gel
  • Lush – Twilight Dusch-Jelly
  • Tiroler Nussöl (gekauft bei dm) – Sonnenmilch 30
  • Claire’s – Disney Frozen Lip Balm
  • Yves Rocher – Pflanzen Peeling Aprikosenkern-Puder
  • Essence – Into the snow glow, glitter peel-off mask
  • Princess Nails - gekauft bei Heinz Spielwaren

 

The Body Shop – Coconut Exfoliating

the-body-shop_coconut_520px.jpg VKI

the-body-shop_coconut; Bild: VKI

250 ml | 20 Euro  

Kein festes Mikroplastik enthalten. Die Peelingpartikel bestehen aus gemahlenen Kokosnuss-Schalen.

Umstrittene Inhaltstoffe  

  • Disodium EDTA. Dabei handelt es sich um einen Komplexbildner, der auch zur Konservierung des Produktes beiträgt. ­ Er kann die Barrierefunktion der Haut herabsetzen und eine Aufnahme anderer unerwünschter Stoffe begünstigen.  
  • Acrylates Copolymer. Diese Substanz zählt ebenfalls zu den sogenannten flüssigen Kunststoffen. Ob davon eine gesundheitsschädliche Wirkung ausgeht, ist derzeit unklar. Die Verbindung ist biologisch schlecht abbaubar und deshalb für die Umwelt bedenklich.  
  • Butylphenyl Methylpropional. Dieses Substanz ist auch als Lilial bekannt. Es ist noch nicht geklärt, ob Lilial das Erbgut verändern kann, daher sollte es in Kosmetika nicht eingesetzt werden (detaillierte Information zu Lilial siehe VKI-Tests zu Seifen oder Haarshampoos ). 
  • Nano Silica. Bei oraler Aufnahme als Zusatzstoff E551 kann Nano Silica Entzündungen des Magen-Darm-Traktes hervorrufen. In Kosmetika können Nanopartikel über die Haut aufgenommen werden. Ob damit gesundheitliche Probleme verbunden sind, ist noch nicht bekannt.  
  • PEG-100 (Polyethylenglykol) Stearate. Diese Substanz kann die Barrierefunktion der Haut herabsetzen und somit eine Aufnahme anderer unerwünschter Stoffe begünstigen. PEG werden meist aus Erdöl gewonnen und sind häufig biologisch nur sehr schwer abbaubar.

 

 

Princess Nails (gekauft bei Heinz Spielwaren)

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Princess Nails 520px; Bild: VKI

4,5 ml | 2,49 Euro  

Festes Mikroplastik enthalten. Der Glitzer besteht aus Polyurethane-1, Polyethylen Terephthalate (PET), Polymethyl Methacrylate (Acrylglas bzw. Plexiglas).

Umstrittene Inhaltstoffe  

Azofarbstoffe (CI 1618 und CI 16255): Diese Substanzen können Allergien verursachen. Im Tierversuch haben sie Krebs ausgelöst; beim Menschen konnte dies noch nicht direkt nachgewiesen werden.

 

 

Unsere Empfehlungen für Konsumenten:

  • Mikroplastik. Wer Kosmetika verwenden möchte, die frei von Mikroplastik sind, ist bei Produkten auf der sicheren Seite, die ein Naturkosmetiksiegel tragen oder mit dem österreichischen Umweltzeichen (UZ) ausgezeichnet sind.
  • Der Schein trügt. Bei konventioneller Kosmetik besteht nur die Möglichkeit, genau auf die Inhaltstoffe zu achten. Äußerlich ist nicht erkennbar, was in den Produkten steckt.

MEHR ZUM THEMA

Lesen Sie den gesamten (kostenpflichtigen) Artikel mit den Inhaltstoffen aller Produkte auf https://www.konsument.at/mikroplastik102019

Außerdem: der VKI BLOG Mikroplastik in Kosmetika mit Infos zu festem und flüssigem Mikroplastik und Silikonen. Neben Mikroplastik in Kosmetika beschäftigt sich der Beitrag auch mit den Arten von Mikroplastik in Wasch- und Reinigungsmitteln.

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