Online-Shopping: unzulässige Barrieren, höhere Preise

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Online-Shopping: unzulässige Barrieren, Geoblocking; höhere Preise (Bild: fantom_rd/Shutterstock)

Shop-Betreiber benachteiligen regelmäßig Konsumenten bei grenzüberschreitenden Einkäufen. Die Zahl der Beschwerden steigt.

Seit spätestens 1. Jänner 2010 gilt in allen europäischen Staaten die EU-Dienstleistungsrichtlinie (2006/123/EG). Der Artikel 20.2 soll sicherstellen, dass Konsumenten beim Einkauf in anderen EU Mitgliedsstaaten nicht durch Nationalität oder Wohnsitz diskriminiert werden. Ein Bericht des Netzwerks der Europäischen Verbraucherzentren (ECC Net) zeigt, dass Unternehmen trotz dieses Diskriminierungsverbotes weiterhin Geschäftspraktiken wie beispielweise Geoblocking nutzen. Dies behindert Konsumenten beim Onlineshopping und erschwert ihnen den Zugang zu Dienstleistungen im Binnenmarkt.

Hier vier Beispiele

  1. Ein Italiener versuchte, einen Urlaub in Italien über die Website eines deutschen Anbieters zu buchen. Ohne Wohnsitzadresse in Deutschland konnte er die Buchung jedoch nicht abschließen.
  2. Ein Ire nahm an einem Halbmarathon eines britischen Händler teil. Er musste als "Übersee-Teilnehmer" mehr bezahlen als Konsumenten mit Wohnsitz in Großbritannien.
  3. Ein Belgier wollte einen E-Book-Reader mit französischen Wörterbuch über die französische Website eines internationalen Unternehmens mit Sitz in Luxemburg bestellen. Ohne Erfolg. Er wurde zurück zur internationalen Website geleitet, wo die gewünschten Features nicht verfügbar waren.
  4. Während der Bestellung bei einem deutschen Onlinehändler wurde ein österreichischer Konsument aufgefordert, sein Wohnsitzland anzugeben. Sobald er seine Adresse in Österreich eingegeben hatte, wurde ihm mitgeteilt, dass er auf der österreichischen Version der Website bestellen müsse. Dort war dasselbe T-Shirt jedoch teurer.

532 Beschwerden

Im Untersuchungszeitraum von Jänner 2013 bis Dezember 2015 hat das Netzwerk 532 Beschwerden bezüglich Artikel 20.2 der Dienstleistungsrichtlinie erhalten. Damit sind die Beschwerden von Konsumenten wegen Diskriminierungen beim grenzüberschreitenden Einkauf um 140 Prozent angestiegen. Der überwiegende Teil davon wurde von Kunden aus Österreich eingebracht, gefolgt von Italien und Irland.

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