Plastikverpackungen bei Obst und Gemüse 9/2020

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Vor einem Jahr haben wir festgestellt, dass Obst und Gemüse im Supermarkt oft nur in Plastikverpackung erhältlich ist. Die Anbieter gelobten Besserung, passiert ist jedoch nicht sehr viel. (Bild: Alexandra Konstantinoudi/VKI)

Vor einem Jahr haben wir festgestellt, dass Obst und Gemüse im Supermarkt oft nur in Plastikverpackung erhältlich ist. Die Anbieter gelobten Besserung, passiert ist jedoch nicht sehr viel. 

Hohe Plastikquote

In Plastik verpacktes Obst und Gemüse ist in Zeiten, in denen Konsumentinnen und Konsumenten zunehmend auf Müllvermeidung achten und sich gegen Ressourcenverschwendung einsetzen, ein besonderer Aufreger. Im vergangenen Jahr haben wir deshalb die Plastikquote bei Karotten, Gurken, Paprika, Tomaten und Äpfeln in den österreichischen Supermärkten erhoben. Insgesamt waren über 60 Prozent davon in Plastik verpackt. Die großen Diskonter und Supermarktbetreiber fielen dabei besonders negativ auf. Karotten waren bei einigen Anbietern ausschließlich in Plastikverpackungen erhältlich, bei Tomaten lag die Quote großteils bei über 80 Prozent. Konfrontiert mit diesen Ergebnissen gelobten alle Anbieter Besserung bzw. verwiesen auf neue Programme zur Reduzierung der Plastikflut.

Kaum Verbesserung

Jetzt haben wir überprüft, ob die Versprechungen eingehalten wurden, und die Plastikquote bei Karotten, Gurken, Paprika, Tomaten und Äpfeln ein Jahr nach unserem ersten Test erneut erhoben.

Dazu haben wir uns in insgesamt 59 Geschäften von folgenden 13 Betreibern umgesehen:

  • ADEG
  • Billa
  • denn's
  • Etsan
  • Hofer
  • Interspar
  • Lidl
  • Merkur
  • MPreis
  • Nah&Frisch
  • Penny
  • Spar Gourmet
  • Unimarkt

 

 

 

Das erfasste Angebot machte 1.498 Einzelartikel aus – 1.001 davon waren verpackt, 497 wurden unverpackt angeboten. Das heißt, ziemlich genau zwei Drittel (67 Prozent) der angebotenen Gurken, Paprika, Tomaten, Karotten und Äpfel sind verpackt, ein Drittel liegt lose im Regal. Unter dem Strich hat sich die Situation gegenüber 2019 somit kaum verändert.

Neben unterschiedlichen Packungen mit Kunststoffanteil findet man mittlerweile auch reine Kartonverpackungen, diese sind jedoch deutlich in der Minderheit. Etwa 15 Prozent der Kunststoffumhüllungen sind als kompostierbares Plastik ausgelobt. Das bringt jedoch wenig, denn die Sackerln landen in der Regel nicht im eigenen Kompost, und auch die kommunale Müllentsorgung macht – zumindest, was Wien angeht – keinen Unterschied zwischen Bio-Plastik und Plastik. Beides landet in der Müllverbrennung.

VKI-Tipps

  • Unverpackte Ware kaufen. Wir alle können dazu beitragen, die Plastikflut im Supermarkt zu reduzieren, indem wir verpackte Produkte links liegen lassen und vermehrt zu offen angebotener Ware greifen. Nehmen Sie beim Einkaufen Mehrweg-Sackerln mit oder legen Sie die Ware direkt in den Einkaufswagen – Sie waschen sie ja ohnehin vor dem Verzehr.
  • Saisonal kaufen. Wer bewusst saisonal einkauft, betreibt aktiven Umweltschutz. Kaufen Sie Früchte wie Birnen oder Erdbeeren im Supermarkt nur dann ein, wenn diese bei uns Saison haben. Obst und Gemüse aus Gewächshäusern, die mit fossilen Brennstoffen beheizt werden, haben oft eine noch schlechtere CO2-Bilanz als importierte Ware.
  • Verpackung kommt teuer. Plastikverpackungen verschwenden Ressourcen und kosten beim Entsorgen Zeit und Geld. Zudem steigt das Risiko für einen Verderb, da Großpackungen oft nicht rechtzeitig aufgebraucht werden bzw. mit abgepackte bereits verdorbene Ware nicht zu erkennen ist.

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Den vollständigen (kostenpflichtigen) Bericht finden Sie unter www.konsument.at/plastikverpackungen092020.


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