Post-Datenskandal: Mustertext für Datenauskunft

Die Österreichische Post hat in den letzten Jahren in großem Umfang mit Daten ihrer Kunden gehandelt. Nun steht fest, diese Praxis ist unzulässig. Sie haben das Recht zu erfahren, ob sie betroffen sind und welche Daten gesammelt wurden. Hier finden Sie einen Mustertext für das Auskunftsersuchen.

Nach den Anfang Jänner 2019 veröffentlichten Recherchen der Plattform „Addendum“ hat die Österreichische Post in den letzten Jahren in großem Umfang mit Daten ihrer Kunden gehandelt. Die Post hat dabei offenbar Daten wie Name, Adresse, Geschlecht und Alter mit anderen Parametern wie der Parteiaffinität verbunden und weiterverkauft. Die Datenschutzbehörde hat am 12.2.2019 nach einem Prüfverfahren Verstöße der Post festgestellt. Daten zur Parteiaffinität hätten nicht verarbeitet werden dürfen. Die bisherige Datenverarbeitung wird damit unzulässig. Betroffen sind nach Medienmeldungen 2,2 Millionen Österreicherinnen und Österreicher, somit rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung. 

Wir empfehlen in diesem Zusammenhang allen Österreichern und Österreicherinnen als ersten Schritt rasch ein Auskunftsersuchen an die Post zu richten. Dieses ist kostenlos und kann einfach elektronisch per E-Mail gestellt werden. 

Recht auf Auskunft und gegebenenfalls Schadenersatz

Ein Mustertext steht Ihnen hier zur Verfügung:

Senden Sie den Text ergänzt mit Ihren Kontaktdaten per Mail an die Post, und zwar an datenschutz@post.at und kundenservice@post.at 

Senden sie dabei gleich einen Nachweis der Identität (Kopie des Führerscheins, Passes oder Personalausweises), damit keine Probleme beim Identitätsnachweis entstehen. 

Die Post ist verpflichtet, daraufhin kostenlos und in verständlicher Form Auskunft zu erteilen, dies grundsätzlich unverzüglich. 

In der Folge kann man entscheiden, ob bzw. welche Daten von der Post zu löschen sind und einen entsprechenden Löschungsantrag einbringen. 

Zudem stehen den Betroffenen gegebenenfalls weitergehende Ansprüche aufgrund der Datenschutzverletzung zu, beispielsweise Schadenersatzansprüche. Der Oberste Gerichtshof hat in der Vergangenheit bereits in vergleichbaren Fällen Schadenersatz zugesprochen. Wir werden Schadenersatzansprüche näher prüfen. Dafür ist es erforderlich, dass der Verstoß im Einzelfall mit der Auskunftserteilung  dokumentiert ist. 

Beschwerde bei der Datenschutzbehörde

Außerdem hat jede betroffene Person das Recht auf Beschwerde bei der Datenschutzbehörde, wenn sie der Ansicht ist, dass die Verarbeitung der sie betreffenden personenbezogenen Daten gegen die DSGVO oder gegen das Datenschutzgesetz (DSG) verstößt. Ein Formular dazu finden Sie hier:

 Die Beschwerde ist an dsb@dsb.gv.at zu richten. 


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