Schülerunfall-Versicherung: unzureichender Schutz

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AT Schülerunfallversicherung: besser eine Familienunfallversicherung wählen; Bild: PRESSLAB/Shutterstock.com

Schülerunfallversicherungen werden zu Schulbeginn nach wie vor angeboten. Diese Produkte bieten allerdings nur unzureichenden Schutz. Wir empfehlen eine Familienunfallversicherung.

Am Anfang des Schuljahres bekommen Schüler jede Menge Informationen und Zetteln zum Unterschreiben in die Hand gedrückt. Darunter oft Zahlscheine für eine Schülerunfallversicherung. Eltern zahlen diese Zahlscheine bisweilen ein, ohne viel darüber nachzudenken. Mit der Einzahlungsbestätigung werden sie dann zur Polizze. Aber diese Versicherungsprodukte sind nicht empfehlenswert, das bestätigt unsere aktuelle Erhebung im Auftrag der AK-Steiermark einmal mehr.

Kritik zeigt Wirkung

Die positive Erkenntnis unserer Markterhebung: Im Bereich der Schülerunfallversicherung hat sich viel getan. Nur noch wenige Versicherungsunternehmen bieten dieses Produkt an. Unsere langjährige Kritik hat gewirkt. Vor zehn Jahren, bei unserer letzten Erhebung, hatten acht Versicherer eine Schülerunfallversicherung im Portfolio. Aktuell sind es nur noch drei: die ERGO, die NÖ Versicherung und die Uniqa.

Auffällig ist zudem, dass die Angebote sich etwas verbessert haben. Während der Versicherungsschutz früher nur für das jeweilige Schuljahr galt, erstreckt sich der Schutz bei allen drei Produkten auch über die Ferien.

Keine sinnvolle Absicherung

Die Prämien sind zwar sehr niedrig – zwischen 2 und 7,90 Euro pro Jahr –, die angebotenen Produkte bieten keinen sinnvollen Schutz. Die Versicherungssummen sind zu gering.

Grundsätzlich sind Schüler in der Schule und auf dem Schulweg über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Das gilt übrigens auch für Studenten und Kindergartenkinder (nur im verpflichtenden Kindergartenjahr!). Passiert ein Unfall, sind die Kosten der Erstversorgung, des Krankenhausaufenthalts sowie allfälliger Rehabilitationsbehandlungen gedeckt. Eine Versicherungslücke entsteht, wenn nach einem Unfall eine dauerhafte Invalidität bestehen bleibt. Das kann für den Betroffenen bzw. für die Familie des Betroffenen schnell existenzbedrohend werden. Denn die Kosten für etwaige kosmetische Operationen, für eine behindertengerechte Adaptierung der Wohnung/des Hauses oder für eine dauerhafte Betreuung sind dann selbst zu stemmen. Das gilt natürlich auch, wenn ein Unfall in der Freizeit passiert.

Familienunfallversicherung: bessere Wahl

Mögliche finanziell existenzbedrohende Folgen eines Unfalls lassen sich mit einer Familienunfallversicherung vermeiden oder zumindest abfedern. Bleibt nach einem Unfall eine dauerhafte Invalidität bestehen, so erhält der Betroffene eine Geldleistung vom Versicherer. Ein spezielles Kinderprodukt ist nicht nötig, denn die private Unfallversicherung ist für die ganze Familie sinnvoll. 

Mit welchen Prämien für eine vierköpfige Familie zu rechnen ist, warum wir Mehrfachversicherung, beispielsweise über die Kreditkarte, kritisch sehen und ein kurzer Überblick über die Produkte der drei genannten Versicherungen, die wir jedoch nicht empfehlen, finden Interessierte kostenfrei auf www.konsument.at.


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