TEST: Blumenerde 5/2020

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TEST: Blumenerde

Wer Blumenerde kauft, erwartet sich, dass seine Zimmerpflanzen, die Blumen im Fensterkisterl oder die Paradeiser am Balkon darin prächtig gedeihen. Wir haben uns für diesen Test genau angeschaut, ob die im Handel erhältliche Blumenerde diese Ansprüche erfüllt. Gleich vorweg: Nicht mit allen getesteten Produkte gelingt das gleich gut.

Wir waren in Baumärkten, Supermärkten und Fachgeschäften sowie am Mistplatz der Magistratsabteilung 48 in Wien und haben insgesamt 16 verschiedene Blumenerden gekauft, davon die Hälfte ohne Torf.

Prüfung: Nährstoffe, ph-Wert, Salzgehalt, Schwermetalle, Keime

Wir ließen sie auf die verfügbaren Nährstoffe, auf ihren pH-Wert und Salzgehalt prüfen. Uns interessierte auch, ob sie Schwermetalle oder krankheitserregende Keime enthalten und wie hoch der Anteil von unerwünschten Fremdstoffen ist. Dabei verglichen wir auch, inwieweit das dem in der Düngemittelverordnung für Kultursubstrate festgelegten Rahmen sowie der Auslobung am Produkt selbst entsprach.  

Wie bekommt die Erde der Pflanze?

Im Praxisversuch haben wir auch die sogenannte Pflanzenverträglichkeit getestet. Das bedeutet: Ist die Pflanze – in unserem Fall Chinakohl – kräftig und gesund? Wie viel Pflanzenfrischsubstanz wird in welcher Zeit gebildet? Die Untersuchungen wurden von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) durchgeführt. Das Ergebnis ist durchwachsen. Nur ein Produkt schnitt im Test "sehr gut" ab, ein weiteres mit "gut". Fünf Blumenerden schlugen sich "durchschnittlich". Mehr als die Hälfte, nämlich 9 Erden waren "weniger" bzw. "nicht zufriedenstellend". 

Die Torf-Problematik

Torf ist ein beliebter Bestandteil von Blumenerden - auch der hier getesteten. Er ist preisgünstig und leicht, er lockert die Erde und ist auch ein guter Wasserspeicher. Sein Nachteil: Ist er einmal ausgetrocknet, wird er fast wasserabweisend. Auch sein hoher Säuregrad eignet sich nicht für alle Pflanzen. Das Hauptproblem ist aber die Torfgewinnung. Torf entsteht in Mooren. Das Wachstum einer einen Meter dicken Schicht dauert tausend Jahre. Auch wenn Abbaugebiete wieder bepflanzt werden, ist das Torfmoor unwiederbringlich verloren. Torffreie Blumenerde zu kaufen, bedeutet einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. 

Empfehlung: Erde mit österreichischem Umweltzeichen

Acht der untersuchten Pflanzenerden waren als Bio-Erden ausgelobt. Man möchte vielleicht meinen, solche Erden seien torffrei. Nein, müssen sie nicht sein. Anders als bei Bio-Lebensmittel gibt es nämlich keine eigenen Kriterien dafür, wie Bio-Erde sein muss. Wer also torffreie Erde verwenden will, sollte auf das österreichische Umweltzeichen achten. Produkte, die damit ausgezeichnet sind, enthalten garantiert keinen Torf. In unserem Test trifft das auf zwei Produkte zu. 

Diese Produkte finden Sie im Test

  • bellaflora Qualitätsblumenerde
  • COMPO Bio Universal-Erde
  • Dehner Bio Universal-Erde
  • Die österreichische Gärtnererde Bio Hochbeeterde
  • Empfinger Premium Tante Mizzis Hochbeet Erde Bio
  • Euflor Bio Hochbeeterde
  • Flora-Self Blumenerde
  • Gardenline Profi-Blumenerde 7894
  • Günstiger Garten Universal Erde
  • Guter Grund Torffreie Blumenerde
  • Impos Blumenerde
  • OBI Living Garden Bio Blumenerde torffrei
  • ökohum Bio-Universalerde
  • Seramis Blumenerde
  • Spar Blumenerde
  • Starkl Bio Universalerde

 

 

Die Testtabelle informiert Sie über: Testurteil, Preis pro 10l, tasächliches Füllvolumen in l, enthält Torf, Nährstoffe, Salzgehalt in g/l, pH-Wert, Nachdüngung, Kennzeichnung, Pflanzenverträglichkeit, Mikrobiologie, Belastung durch Schwermetalle, Fremd- und Ballaststoffe, Bestimmung der Füllmenge.

MEHR ZUM THEMA

Lesen Sie den gesamten (kostenpflichtigen) Test auf www.konsument.at/test-blumenerde052020.


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