Test Kombi-Kinderwagen: Mängel bei kindgerechter Gestaltung

Babywannen häufig zu eng und klein, flache Liegeposition bei Buggy-Aufsätzen nicht möglich

Babys und Kleinkinder verbringen oft viele Stunden in Kinderwagen und Buggys. Umso komfortabler sollte das jeweilige Gefährt sein – und natürlich frei von Schadstoffen. Das ist jedoch nicht zwingend der Fall, wie ein vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) aktuell veröffentlichter Test von Kombi-Kinderwagen zeigt. Nur 2 von 12 Modellen, die sowohl als Kinderwagen als auch als Buggy genutzt werden können, erzielten letztlich „gute“ Ergebnisse. Die Hälfte der Kinderwagen wurde dagegen mit „weniger“ oder „nicht zufriedenstellend“ bewertet: Abzüge gab es vor allem für mangelhafte kindgerechte Gestaltung, beispielsweise zu kleiner Babywannen, sowie für Schadstoffbelastung. Alle Testergebnisse gibt es ab dem 30. Juli im Magazin KONSUMENT und ab sofort auf www.konsument.at.

35 mal 78 Zentimeter nutzbare Liegefläche sind für eine Babywanne optimal. Doch die meisten getesteten Babywannen sind deutlich kleiner. Besonders kurz sind die Aufsätze von Britax Römer, Kinderkraft, Mutsy und Stokke. In ihnen stoßen großgeratene Kinder schon nach vier Monaten mit Kopf oder Füßen an.

Wird die Babywanne zu klein, gehen viele Eltern zur Sitzeinheit des Kombi-Kinderwagens über. Doch erst rund um den achten Monat ist es Babys aufgrund ihrer Muskulatur überhaupt möglich, sich selbst aufrecht zu halten. Deswegen sollte sich die Rückenlehne des Buggy-Aufsatzes möglichst flach einstellen lassen. Nur so schlafen Babys – und später auch Kleinkinder – bequem und rückenschonend. Doch bei keinem einzigen getesteten Kinderwagen lässt sich der Sitz in eine flache Liegeposition bringen. Das extremste Beispiel liefert Teutonia: Bei dessen Buggy-Aufsatz ist es gar nicht möglich, die Rückenlehne nach hinten zu neigen. Kinder sitzen hier stets im festen, sehr aufrechten Winkel von 98 Grad. Auch die Sitze von Joolz und Stokke lassen sich nur auf 150 Grad öffnen. „Ein Liegebedürfnis der Kinder kann so nicht oder nur bedingt erfüllt werden“, kritisiert VKI-Projektleiter Christian Undeutsch. „In puncto kindgerechter Gestaltung gibt es hier eindeutig noch Verbesserungsbedarf.“

Zwei Kinderwagen (Hauck Mars Duoset, Kinderkraft Prime) fielen zudem durch ihre hohe Schadstoffbelastung auf. Im Matratzenbezug der Babywanne von Kinderkraft befanden sich hohe Mengen des Flammschutzmittels TCPP. Diese Substanz steht in Verdacht, Krebs zu erzeugen. Der Sicherheitsgurt des Kombi-Kinderwagens von Hauck enthielt wiederum den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff Benzo(ghi)perylen. Diesem wird eine erbgutverändernde Wirkung zugeschrieben. Beide Kombi-Kinderwagen erhielten daher eine „nicht zufriedenstellende“ Bewertung. Mit unter 500 Euro zählen sie zu den günstigsten Produkten im Test. Die beiden im Test mit „gut“ bewerteten Kinderwagen befinden sich wiederum mit 950 und 1.098 Euro am oberen Ende der Preisskala der getesteten Modelle.

SERVICE: Sämtliche Testergebnisse gibt es ab dem 30.7. in der August-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und ab sofort auf www.konsument.at.


Diesen Beitrag teilen