TEST: Kürbiskernöl 6/2019

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Test: Kürbiskernöl (Bild: Iryna Denysova / Shutterstock.com)

Herkunft, Geschmack, Pestizidbelastung: Wie steht es um Qualität und Zusammensetzung heimischen Kürbiskernöls?

Als wir vor sieben Jahren zum letzten Mal Kürbiskernöl unter die Lupe nahmen, mussten wir feststellen, dass man Kürbiskernöl nicht automatisch mit der Steiermark assoziieren sollte. Bei 17 von 30 untersuchten Produkten stammten die Kerne für das Öl entweder aus dem Ausland oder die Herkunft war unklar.

Herkunft

Inzwischen hat sich viel getan. Obwohl in Österreich die Anbaufläche von Ölkürbis laut dem "Grünen Bericht" der Bundesregierung von 2016 auf 2017 um 42 Prozent deutlich zurückging konnten wir bei allen getesteten Ölen die das g.g.A.-Label (geschützte geografische Angabe) tragen die verarbeiteten Kerne auch dem g.g.A.-Anbaugebiet zuordnen. Die Kerne dieser Öle stammen also aus Österreich.

Korrekt ausgezeichnet sind auch vier ­Produkte, die mit der Herkunftsangabe "Europa" verkauft werden.

Pestizide

Obwohl keine Grenzwerte überschritten wurden, erwies sich kein einziges Kernöl als pestizidfrei. In allen Kern­ölen findet sich die Verbindung Hexachlorbenzol (HCB). HCB gilt als möglicherweise krebserzeugend, leber- und nierenschädigend sowie fruchtschädigend.

Während fünf Öle weitere vier bis fünf Pestizide enthielten, waren fünf der sechs Bio-Kernöle immerhin mit keinem zusätzlichen Pestizid belastet.

VKI-Lebensmittelexpertin Birgit Beck weist darauf hin, dass eine Ausschöpfung der gesetzlichen Höchst­gehalte nicht automatisch eine Gesundheitsgefährdung bedeutet. Allerdings sollte die Belastung mit Pestiziden so gering wie möglich gehalten werden. Deshalb raten wir zum Konsum von Produkten, in denen möglichst wenig Pes­tizide stecken und bei denen die Gesamt­belastung niedrig ist.

Bezüglich Geschmack bekamen fast alle der getesteten Kernöle eine gute Bewertung von unseren Laienverkostern.

Diese Kürbiskernöle haben wir getestet:

Herkunft Österreich

  • Billa 
  • Dennree 
  • Einfach Besonders 
  • Fandler  
  • Ich bin Österreich
  • Iss echt steirisch 
  • Ja! Natürlich
  • Merkur Immer gut
  • Natürlich für uns
  • Pelzmann
  • Spar
  • Spar Natur pur 
  • Spar Premium
  • Steirer Kraft 
  • Weinhandl Mühle

Herkunft Europa

  • Cooks Love
  • Kerngold
  • S-Budget
  • Stekko

Herkunft nicht deklariert

  • Pelzmann

 

 

In der Testtabelle finden Sie Infos und Bewertungen zu: Herkunft, Pestizidbelastung, Verkostung/Geschmack, Bio, g.g.A., ua.

 

Lesen Sie den gesamten (kostenpflichtigen) Testbericht auf www.konsument.at/kuerbiskernoel062019.

VKI-Tipps

  • Kühl und dunkel lagern: Kürbiskernöl ist aufgrund seiner Zusammensetzung sehr oxidationsanfällig. Flasche (auch ungeöffnet) immer dunkel und kühl lagern.
  • Rasch verbrauchen: Innerhalb von 6 bis 12 Wochen verbrauchen. Je mehr Luft sich in der Flasche befindet, desto leichter wird das Öl ranzig. Tropfen am Flaschenhals abwischen.
  • Backen und Kochen: Kürbiskernöl eignet sich besonders gut für die kalte Küche, nicht zu stark erhitzen (maximal 120 ° C). Es kann aber sehr wohl warmen Speisen zugegeben werden und ist auch als Backzutat geeignet.
  • Grillen: In der Sonne verdirbt das Öl sehr rasch (z.B. in Salaten).
  • Kernölflecken: Kürbiskernöl überfordert die meisten Waschmittel. Im Sonnenlicht bleichen Kernölflecken aber innerhalb kurzer Zeit aus.

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