TEST: Obstsalate 9/2020

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So gesund Obst auch ist, zu essfertig zubereiteten Salaten aus dem Supermarkt können wir nicht raten. Sieben von acht Produkten fielen durch. (Bild: SVTDesign/Shutterstock.com)

So gesund Obst auch ist, zu essfertig zubereiteten Salaten aus dem Supermarkt können wir nicht raten. Sieben von acht Produkten fielen durch.

Obstsalate im Hygiene-Test

Täglich zwei Handvoll Obst, dazu raten uns Ernährungswissenschaftler. Was also liegt – zumal im Sommer – näher, als sich für die Mittagspause mit einem erfrischenden, essfertig zubereiteten Obstsalat aus dem ­Supermarkt zu versorgen.

Doch ist das, was da so verlockend in der Kühlvitrine liegt, hygienisch einwandfrei und für den Verzehr ­geeignet? Wir haben acht Produkte eingekauft, im Kühlwagen ins Labor transportiert und dort untersuchen lassen. 
Beim Einkauf, Anfang Juni, war das Angebot überschaubar.

Kein Hinweis auf Herkunft des Obstes

Die großen Diskonter Hofer, Lidl und Penny boten damals keine derartigen Produkte an. Auch Bio-Ware konnten wir nicht finden. Alle Obstsalate wurden mit Ware aus konventionellem Anbau zubereitet. Woher das Obst für die Salate kam, können wir nicht sagen.

Im ­Gegensatz zu unverarbeitetem Obst ist die Herkunftsangabe bei Früchten in verarbeiteten Produkten freiwillig – in unseren ­Augen eine Gesetzeslücke. Die Anbieter nutzen diese auch weidlich aus. Auf keinem der eingekauften Produkte fand sich ein Hinweis, woher das Obst stammt.

Sieht man einmal von den Melonen auf Tasse (Billa) ab, war Julius Meinl mit 7,44 Euro/Kilo am günstigsten. Am meisten kostete die Beerenmischung von San Lucar (21,70 Euro/Kilo). Würde man einen Obstsalat in vergleichbarer Zusammensetzung selbst zubereiten, käme man auf einen Preis von 7 bis 8 Euro/Kilo.

Diese Obstsalate haben wir getestet:

  • Billa Melonen-Mix im Becher
  • Billa Wassermelone auf Tasse
  • Julius Meinl Fruchtsalat
  • Merkur Markt Melonen-Mix/Mango/Beeren
  • San Lucar Beerenmischung
  • San Lucar Großer Obstsalat
  • Spar enjoy Fruchtmix mit Trauben
  • Spar enjoy Melonenmix

 

Die Testtabelle informiert Sie über:

Mikrobiologie, Pestizide, Sensorik, Kennzeichnung, Lagertemperatur, Preis, ...

VKI-Tipps

  • Produkte kontrollieren: Eine Belastung mit Bakterien oder Schimmel ist mit bloßem Auge oft nicht erkennbar. Indizien für möglichen Verderb sind Flüssigkeitsansammlungen am Boden oder Obststücke mit verfärbten Stellen. Solche Salate sollten Sie besser nicht konsumieren.
  • Mangelnde Kühlung: Obstsalate sollten auf jeden Fall gekühlt angeboten werden. Lassen Sie ungekühlte Salate im Geschäft zurück. Auch geschnittene Melonen sollten beim Einkauf besser gekühlt angeboten werden.
  • Zügig verzehren: Verzehren Sie vorgeschnittenes Obst möglichst bald, ­reizen Sie das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum keinesfalls aus. Produkte, die längere Zeit ungekühlt bzw. der Sonne ausgesetzt waren, sollten besser entsorgt werden.
  • Am besten täglich: Obst und ­Gemüse sind gesund. Zwei Portionen (Handvoll) Obst und drei Portionen Gemüse sollten es jeden Tag sein. Die von uns untersuchten Obstsalate ­würden den Tagesbedarf an Obst zwar abdecken, aufgrund der relativ hohen Keimbelastung können wir diese Produkte jedoch nicht empfehlen. 
  • Zubereitung: Bereiten Sie Obstsalate lieber selber zu. Achten Sie dabei auf Hygiene (saubere Hände, Messer und Arbeitsflächen) und gute Kühlung und verzehren Sie den Salat rasch.

MEHR ZUM THEMA

Den vollständigen (kostenpflichtigen Testbericht) finden Sie unter www.konsument.at/obstsalate092020.

Lesen Sie dazu passend auch unseren VKI-Blogbeitrag "Fast alles, was du über Obst und Obstsalate wissen wolltest".


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