TEST: Sonnenschutzmittel für Kinder 7/2020

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16 Produkte im Test: Eine Creme flog raus, sonst bieten alle Produkte einen ausreichenden Schutz vor UV-Strahlung. Am besten schnitten vier Eigenmarken ab. (Bild: Pakhnyushchy/Shutterstock.com; Produkte: VKI)

Bei unserem aktuellen Test flog eine Creme raus, sonst bieten alle Produkte einen ausreichenden Schutz vor UV-Strahlung. Am besten schnitten vier Eigenmarken ab.

Gesundheitsrisiko UV-Strahlung

Insbesondere pralle Mittagssonne und Höhenstrahlung legen den Keim für Hautkrebs und frühzeitige Hautalterung. Dabei ist nicht einmal ein Sonnenbrand notwendig. Bereits relativ geringe Dosen an UV-Licht reichen aus. Hautbereiche, die sonst meistens bedeckt sind, sind hier besonders empfindlich. Die von uns gern als „gesunde Bräune“ bezeichnete Hautfärbung ist schon ein Hinweis darauf, dass der Körper seine Reparaturmechanismen in Gang gesetzt hat.

Sonnenschutz abseits von Cremes & Sprays

Kinder unter drei Jahren sollten grundsätzlich im Schatten bleiben und wenn, dann nur kurz und gut geschützt in der Sonne verweilen. Auch ältere Kinder sollten sich vor allem während der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr möglichst im Schatten aufhalten, T-Shirt und lange Hose aus dicht gewebtem, dunklem Stoff tragen, dazu Sonnenhut und Sonnenbrille. Alle Hautpartien, die nicht von Textilien bedeckt sind, sollten mit einem geeigneten Sonnenschutzmittel, das einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 hat, eingecremt werden. Für Kinder mit heller Haut und bei Urlauben am Meer oder in den Bergen ist ein noch höherer Lichtschutzfaktor zu empfehlen.

Creme oder Spray?

Sieben Produkte sind als Sprays auf dem Markt. Auch wenn diese Form des Auftragens bequemer sein mag, raten wir – zumal bei Kindern – eher zu Lotionen oder Cremen. Beim Spray werden Aerosole freigesetzt, die eingeatmet werden können. Deshalb sollte man Sprays nicht direkt auf die Haut aufsprühen, sondern immer erst in die Hand und dann mit dem Lichtschutzmittel die betroffenen Körperteile einschmieren. Aufgrund der Aerosolbildung sollten Kinder Sprays zudem nie selbst benutzen. Achten Sie beim Einschmieren auch darauf, dass Sie Ohren, Nackenbereich, Hände, Fußrücken und Zehenzwischenräume nicht vergessen. Außerdem sollten Sie beim Auftragen nicht sparen. Für Erwachsene gilt die Faustregel, dass eine Menge von etwa drei Esslöffeln für den gesamten Körper ausreichend ist.

Wasserfest, Anti-Flecken und andere Extras

Verlassen Sie sich auch nicht auf Aufdrucke wie „wasserfest“ oder „extra wasserfest“. „Wasserfeste“ Produkte müssen per Definition nach zwei Mal 20 Minuten Baden noch die Hälfte des ursprünglich gemessenen Schutzes bieten, „extra wasserfeste“ Produkte müssen das auch nach vier Mal 20 Minuten im Wasser noch schaffen. Da der UV-Schutz allerdings auch beim Abtrocknen mit dem Handtuch abgerubbelt wird, ist ein Nachcremen nach jedem Baden unerlässlich. Auch bei stark schwitzenden Personen sollte der Lichtschutz öfter erneuert werden.

16 PRODUKTE IM TEST

  • Avène Eau Thermale Kinder-Sonnenspray
  • Bübchen Sonnenlotion Sensitiv
  • Cetaphil Sun Kids Liposomale Lotion
  • dm Sundance Kids Sensitiv Sonnenmilch
  • Eco Cosmetics Baby & Kids Neutral Sonnencreme für sehr sensible Haut
  • Eucerin Sensitive Protect Kids Sun Lotion
  • Garnier Ambre Solaire Kids Sensitive Expert+ Anti-Sand Spray
  • Hipp Babysanft Kinder Sonnenspray Ultra-sensitiv
  • Hofer Ombra Kids Sun Milk 50 UND 50+
  • Ladival Für Kinder Sonnenschutz Spray
  • La Roche-Posay Anthelios Dermo-Kids Wet Skin Gel
  • Lidl Cien Sun Kids Sonnencreme
  • Müller Lavozon Kids Med Sonnenmilch
  • Nivea Sun Kids Schutz & Pflege Sonnenspray
  • Spar Sun Kiss Junior Sonnenmilch
  • Weleda Baby & Kids Sun Edelweiss Sensitiv Sonnenmilch

 

Unsere Testtabelle informiert Sie u.a. über:

  • Angebotsform
  • Inhalt
  • Preis bzw. Preis/100ml
  • Konservierungsstoffe
  • Parfümierung
  • Herstellerangaben über die Art des Sonnenschutzfilters
  • Einhalten des deklarierten Schutzes
  • Feuchtigkeitsanreicherung
  • Anwendung
  • Beschriftung und Verpackung

Interview mit Univ.-Prof. Dr. Harald Maier

Reicht es aus, das Kind mit Sonnencreme einzuschmieren?
Sonnenschutz ist viel mehr als nur Sonnencreme! Umfassender Sonnenschutz beginnt für Kinder bei der UV-Vermeidung. Gerade bei Babys und Kleinkindern sollte verhindert werden, dass zu viel Sonnenstrahlen direkt auf die Haut gelangen. Schatten ist und bleibt der allerbeste Sonnenschutz. Am besten ist es, wenn man die pralle Sonne – vor allem in der Zeit zwischen 11.00 und 15.00 Uhr – meidet. Ebenso wichtig ist der textile Sonnenschutz. Kinder sollten Sonnenhüte (nicht nur Schirmkappen) tragen, und auch das T-Shirt sollten sie in der Sandkiste anbehalten. Zuletzt sollten Eltern auf nicht bedeckte und damit direkt exponierte Hautpartien Sonnencreme auftragen.
 
Benötigen Kinder und Babys unbedingt eine spezielle Sonnencreme oder können sie auch mit Sonnencreme für Erwachsene eingecremt werden?
Vom Grundkonzept her benötigen Kinder keine eigens auf sie abgestimmten Mittel. Entscheidend ist, dass der Lichtschutzfaktor ausreichend hoch ist. Eine Sonnenmilch mit LSF 30 oder 50/50+, die für Erwachsene entwickelt wurde, schützt auch Kinderhaut in ausreichendem Maße. Außerdem sollten Produkte verwendet werden, die nur die wirklich nötigen Inhaltstoffe enthalten. Zusätze wie Parfum, Glitzer oder Farbstoffe haben auf Kinderhaut nichts verloren.
 
Welchen Sinn haben dann diese Kinderprodukte?
Was nicht vernachlässigt werden sollte: Kinder brauchen einen entsprechenden Anreiz, um die Mittel zu verwenden. Die wenigsten Kinder lassen sich wirklich gern eincremen. Hier kann eine entsprechende Aufmachung helfen, das Produkt und das Eincremen insgesamt interessanter zu machen. Mit einer „Kinder“-Sonnencreme fällt es unter Umständen leichter, dass Kinder sich ausreichend eincremen lassen, ohne dagegen zu protestieren. Diese Produkte können auch motivierend wirken, dass Kinder im Schulalter bereits von sich aus nach der Creme greifen.

MEHR ZUM THEMA

Das vollständige Interview mit Dermatologe Univ.-Prof. Dr. Harald Maier und den gesamten (kostenpflichtigen) Testbericht lesen Sie unter www.konsument.at.


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