VKI-Test: Einwegwindeln

Marktführer wickelt am besten

Der Markt für Babywindeln ist riesig – ebenso das Angebot. Um hier eine Orientierungshilfe zu geben, hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) 11 Modelle von Einwegwindeln getestet. Die Preisspanne der Artikel lag dabei zwischen 12 und 33 Cent pro Windel. Das trockene Resultat: 2 „sehr gut“, 7 „gut“ und 2 „durchschnittlich“. Die ausführlichen Testergebnisse gibt es ab 25. Oktober im KONSUMENT und auf www.konsument.at.

Einweg- oder Mehrwegwindeln
Zu Beginn steht die Grundsatzfrage: Einweg- oder Mehrwegwindeln? Klar ist, die Wegwerf-Variante verursacht riesige Mengen an Müll. Aber ob der ökologische Fußabdruck von Mehrwegwindeln so viel kleiner ist, ist offen. Denn das hängt auch stark vom Verhalten der Eltern ab. Werden die Windeln in einer energieeffizienten Maschine gewaschen? Wie hoch ist die Waschtemperatur, ist das  Gerät voll beladen? Welches und wieviel Waschmittel wird verwendet? Kommt ein elektrischer Trockner zum Einsatz? Das sind nur ein paar Beispiele von Faktoren, die eine Rolle spielen. Fazit: Laut einer Studie der University of Queensland dürfte die Durchschnittsbelastung von Einweg- und Mehrwegwindeln in etwa gleich sein. Wem geringere Kosten wichtiger sind als die höhere Bequemlichkeit, der sollte zu Mehrwegwindeln greifen. In der Zeit, bis Kinder nicht mehr auf Windeln angewiesen sind, sollten für Mehrfachwindeln Kosten von in etwa 650 Euro kalkuliert werden, für Marken-Einwegwindeln circa das Doppelte. Eigenmarken-Wegwerfwindeln liegen preislich dazwischen.

Kandidaten und Kriterien
Der VKI hat 11 Einwegwindel-Modelle in Größe 4 getestet. Diese Windeln passen – je nach Anbieter – Kindern mit einem Körpergewicht von 7 bis 18 Kilogramm. Die Produkte wurden einerseits im Labor untersucht und andererseits einer praktischen Prüfung unterzogen. Kriterien waren hier in beiden Fällen unter anderem Urinaufnahme, Auslaufschutz und Hauttrockenheit. Zusätzlich mussten die Windeln durch eine umfangreiche chemische Prüfung. Erfreulicherweise wurden dabei keine krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) oder einer der 26 potenziell allergenen Duftstoffe entdeckt.

Leichter und besser
Die Einwegwindeln wurden in den letzten Jahren immer leichter. Das tut der Umwelt gut – ohne negative Auswirkungen auf die Qualität. Im Gegenteil, die Windeln werden immer effizienter. Neu entwickelte Drainagen verteilen den Urin schneller, wodurch er besser absorbiert wird. Gerade in der Flüssigkeitsaufnahme unterscheiden sich die einzelnen Produkte am markantesten. Die Ungleichheit wächst mit der Menge der aufzunehmenden Flüssigkeit.

Marktführer ist Testsieger
Gerade bei der Flüssigkeitsaufnahme stachen die beiden mit „sehr gut“ bewerteten Produkte heraus. Sie konnten zusätzlich bei den Punkten „Auslaufschutz“ und „Hauttrockenheit“ überzeugen. Am schlechtesten schnitten die zwei „Öko-Produkte“ mit „durchschnittlich“ ab. „Nachteilig für diese beiden Produkte erwies sich unter anderem die Verwendung von Baumwolle oder Holzpulpe-Flocken als Absorbermaterial. Bei der Flüssigkeits-Aufnahme hatten sie offenbar gegen ihre synthetischen Konkurrenten keine Chance“, erklärt DI Dr. Birgit Schiller, Projektleiterin im VKI.

Service: Die genauen Testergebnisse gibt es im November-KONSUMENT und auf www.konsument.at.

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