VKI-Test: Nachhaltig anlegen

14 Banken wurden getestet – es gibt noch Luft nach oben

Nachhaltig zu konsumieren ist vielen Österreicherinnen und Österreichern ein Anliegen. Sie greifen im Supermarkt vermehrt zu Fairtrade- und Bio-Produkten oder lassen sich nur mit Ökostrom beliefern. Weit weniger geläufig ist vielen Konsumenten hingegen, dass sie auch mit nachhaltigen Finanzprodukten Einfluss darauf nehmen können, wie „grün“ und „fair“ sich die Welt entwickelt. So fristen nachhaltige Finanzprodukte noch ein Schattendasein. Liegt es an der Beratung? Wohl auch, denn der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 14 Banken getestet – und die Berater zeigten sich bei Detailfragen wenig sattelfest und bewarben vor allem hauseigene Fonds. Diesen Verkäufern und allen investitionsfreudigen Österreichern sei „Das Spargutbuch“ empfohlen. Dieser VKI-Leitfaden zu gesellschaftlich und ökologisch bewusstem Sparen und Anlegen bietet einen umfangreichen Einblick in diese Materie. Der vollständige Test ist in der aktuellen Ausgabe von KONSUMENT und auf www.konsument.at nachzulesen

Nachhaltige/ethische Geldanlage ist im Grunde nichts anderes als eine herkömmliche Geldanlage erweitert um die Aspekte Ökologie, Ethik und Soziales. So dürfen Unternehmen, in die investiert wird, keine oder nur geringste Umsätze mit Atomkraft, Waffen, Glücksspiel etc. erwirtschaften. Wenn in Staats-Anleihen investiert wird, dann werden Themen wie Arbeits- und Menschenrechte, die Todesstrafe oder hohe Rüstungsbudgets berücksichtigt. Oder es werden gezielt Unternehmen bzw. Staaten finanziert, die bestimmte positive Merkmale aufweisen, also z. B. nur Unternehmen aus der Ökoenergiebranche oder jene, die freiwillig bestimmte Verhaltensregeln befolgen.

KONSUMENT ging in seiner Erhebung der Frage nach, inwieweit die Banken fit sind, um interessierte Kunden professionell zum Thema nachhaltiges Investment zu beraten. Für diesen Zweck schwärmten unsere Tester im Juni in Wien, Graz, Linz und Innsbruck aus, um insgesamt 14 Filialbanken unter die Lupe zu nehmen – natürlich inkognito.

Zum einen wollten die Tester 10.000 Euro für mindestens 4 Jahre nachhaltig veranlagen – aber unter keinen Umständen im Bereich Atomkraft. Zum anderen sollten 20.000 Euro für vier Jahre veranlagt werden, ohne dass damit Tierversuche finanziert werden. Der Test zeigte recht deutlich, dass Anlageberatung mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit für viele Berater Neuland ist und die Banken noch erhebliches Verbesserungspotential auf diesem Gebiet haben: Kein einziges Institut konnte vollends überzeugen.

Konsumentinnen und Konsumenten, die Interesse an der Wirkung ihres Geldes haben, sei das vom VKI herausgegebene und vom Umweltministerium unterstützte „Spargutbuch“ empfohlen. Die erste Hälfte des rund 160-seitigen Leitfadens veranschaulicht die Mechanismen des Finanzmarktes und dessen gesellschaftliche Wirkungen. Im Serviceteil werden die größten österreichischen Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften auf ihren Umgang mit ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen untersucht und verglichen. Dabei zeigt sich, dass die Finanzbranche gerade erste Schritte setzt. Höheren Ansprüchen wird sie in Form einiger explizit nachhaltiger Produktangebote gerecht. Diese Spar- und Anlagemöglichkeiten sind im „Spargutbuch“ im Detail dargestellt. Die Recherchen zu diesem Leidfaden wurden von der auf nachhaltiges Investment und Management spezialisierten Reinhard Friesenbichler Unternehmensberatung (rfu) durchgeführt.

Service: Die ausführlichen Testergebnisse gibt es in der Novemberausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und auf www.konsument.at. „Das Spargutbuch“ ist kostenlos gegen Portoersatz unter kundenservice@vki.at erhältlich. Hrg.: Verein für Konsumenteninformation, mit Unterstützung des Ministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus.


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