VKI-Test: Quickdry-Nagelprodukte als leere Versprechungen

Von 18 Artikeln sind 17 weniger oder nicht zufriedenstellend

Nach dem Auftragen des Nagellacks heißt es für gewöhnlich warten, warten, warten – bis die Trockenübung beendet ist. Voreilige anderweitige Tätigkeiten in Kombination mit noch feuchtem Nagellack können zu einem unschönen Ergebnis führen. Um die Wartezeit zu verkürzen, haben Hersteller deshalb Quickdry-Produkte im Sortiment, die kürzere Trocknungszeiten versprechen. Das können „schnell trocknende“ Nagellacke sein oder Mittel, die auf den normalen Lack aufgetragen werden, um den Vorgang der Aushärtung zu beschleunigen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 18 dieser Quickdry-Produkte getestet. Das Resultat ernüchtert – 17 Artikel sind weniger oder nicht zufriedenstellend, nur einer ist durchschnittlich. Die Ergebnisse sind ab 23. August auf www.konsument.at zu finden.

Große Vielfalt
Der VKI testete 7 Sprays, 6 Tropfen und 1 aufzupinselnde Flüssigkeit, die alle den frisch aufgetragenen normalen Nagellack schneller zum Trocknen bringen sollen – und 4 „schnell trocknende“ Nagellacke. Die Produktaufschriften sprachen von konkreten Trocknungszeiten wie „nur 40 Sekunden Trocknungszeit“ oder vagen wie „trocken in Sekunden“.

Gebrochene Versprechen
Diese Versprechungen konnten alle nicht eingehalten werden. Von Sekunden waren alle Produkte minutenweit entfernt. Ein Nagellack brauchte statt 40 Sekunden zum Trockenwerden mehr als eine Minute länger – und war damit der Schnellste. Die meisten Erzeugnisse bewirkten selbst nach 2 Minuten noch immer keinen ausgehärteten Nagellack.

Bedenkliche Inhaltsstoffe
Aber nicht nur die Qualität ließ zu wünschen übrig. Denn in 11 von 18 Produkten waren außerdem bedenkliche Inhaltsstoffe zu finden. Viele dieser Substanzen stehen im Verdacht, gesundheitliche Schäden zu verursachen. Bei 7 untersuchten Produkten waren die Inhaltsstoffe gar nicht ersichtlich, sie waren weder am Produkt noch im Geschäft ausgewiesen.

Ernüchternde Testurteile
Das staubtrockene Resümee der Tester: Nagelprobe nicht bestanden. Es wird nicht gehalten, was versprochen wird. 1 Nagellack konnte immerhin ein „durchschnittlich“ ergattern. 15 Erzeugnisse waren weniger zufriedenstellend, zwei nicht zufriedenstellend. So ähnlich die Urteile ausfallen, so unterschiedlich waren die Preise: sie lagen zwischen 36 Cent und 14,83 Euro pro 10 Milliliter.

SERVICE: Die ausführlichen Testergebnisse inklusive Video gibt es ab 23. August auf www.konsument.at.


Diesen Beitrag teilen