VKI-Test: Schadstoffe in Sex-Spielzeug

Wenn die Chemie nicht stimmt

Der Handel mit Sexspielzeug boomt. Eine nicht unwesentliche Rolle dürfte dabei wohl der Online‑Versand spielen. Musste man früher noch verstohlen einschlägige Geschäfte aufsuchen, lassen sich die Produkte heutzutage unauffällig von daheim bestellen und werden einige Tage später diskret verpackt an der Haustür zugestellt. Bei vielen Kunden dürfte sich der Spaß allerdings in Grenzen halten, wenn sie wüssten, was so alles in den Lust-Spielzeugen steckt. Es liegt in der Natur der Sache, dass Sex‑Spielzeug in engen Kontakt mit sensiblen, gut durchbluteten Schleimhäuten kommt. Schadstofffreiheit sollte hier also das oberste Gebot sein. 16 Produkte wurden für den aktuellen Test im Labor geprüft: 10 Vibratoren (von 13,- bis 190,- Euro), 3 Liebeskugeln (von 12,- bis 39,- Euro) und 3 Penisringe (von 8,- bis 57,- Euro). Die vollständigen Testergebnisse gibt es ab sofort unter www.konsument.at/sexspielzeug022019.

Untersucht wurden alle Erzeugnisse auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Phthalat‑Weichmacher, kurzkettige Chlorparaffine und zinnorganische Verbindungen. Des Weiteren wurde geprüft, ob die Produkte Nitrosamine und nitrosierbare Stoffe, Alkylphenole und Alkylphenolethoxylate enthalten. Zudem wurde bestimmt, ob Cadmium und Blei enthalten ist und in welchem Maße sie Schwermetalle, Nickel und Monomere wie Phenol abgaben.

Von insgesamt 16 Produkten konnten nur 2 Vibratoren und 1 Penisring mit „sehr gut“ bewertet werden. Dem stehen 3 Vibratoren und ein 1 Set Liebeskugeln gegenüber, die mit „nicht zufriedenstellend“ durchfielen. 7 Produkte wurden immerhin „gut“, 2 als „durchschnittlich“ eingestuft.

Der Test zeigte, dass auch ein hoher Preis kein Garant für einwandfreie Ware ist, denn auch beim teuersten Produkt wurden Schadstoffe gefunden, wenn auch nicht in besorgniserregender Konzentration. Die Testsieger bei den Vibratoren kamen aus dem mittleren Preisbereich, wie auch das mit „sehr gut“ bewertete Produkt bei den Penisringen.

Grundsätzlich sollte man beim Thema Sex-Spielzeug natürlich ebenfalls beachten, dass auch von unbelasteten Produkten nur dann keine Gefahr ausgeht, wenn man sie nach der Benutzung sorgfältig reinigt. Ansonsten werden die Geräte nämlich rasch zu Keimschleudern.

Vereinzelt lassen sich Sexspielzeuge zusätzlich per App steuern. Ein Vibrator im Test ließ sich beispielsweise per Smartphone fernbedienen. Hier ist generell Vorsicht geboten, vor allem wenn Nutzerdaten dazu auf dem PC oder in der Cloud gespeichert werden. Denn solche Anwendungen unterliegen, wie alle Daten der Gefahr von Sicherheitslücken und Datendiebstahl.

SERVICE: Die vollständigen Testergebnisse gibt es online unter www.konsument.at/sexspielzeug022019.

 


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