VKI-Test: Selbsttönende Skibrillen

Keine Universal-Lösung für alle Lichtverhältnisse

Skibrillen sind ein Teil der Wintersportausrüstung, dem oft wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei geht es hier nicht nur um ein modisches Accessoire, das den Komfort erhöht, sondern auch um den Schutz der Augen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat sich jetzt 13 Skibrillen näher angesehen, deren Scheiben auf sich verändernde Lichtverhältnisse reagieren. Das Ergebnis ernüchtert: Keine der getesteten Skibrillen wurde dunkel genug. Noch schlimmer: Vier Brillen fielen durch. Drei, weil sie den absolut notwendigen UV-Schutz nicht bieten konnten. Die Einzelheiten zum Test finden sich auf www.konsument.at.

Eine Skibrille soll möglichst dunkel sein und das einfallende Licht abschirmen. Wie dunkel sie sein soll, hängt hauptsächlich vom persönlichen Empfinden ab. Müssen Sie zwinkern, sollten Sie zu einer dunkleren Scheibe greifen. Beim Farbton haben sich Braun und Grau als günstig herausgestellt. Rot und Orange hellen auf und können dadurch blenden. Gelb lässt Konturen besser erkennen und ist daher bei schlechtem Wetter sinnvoll. Ideal wäre es, im Schnee zwei Brillen beziehungsweise Scheiben zur Verfügung zu haben. Eine dunkle für sonnige Stunden und eine hellere für die anderen Lichtverhältnisse.

Um nicht eine zweite Skibrille oder eine Wechselscheibe dabei haben zu müssen, gibt es seit längerer Zeit selbsttönende Scheiben. Der VKI hat 13 dieser photochromatischen Brillen zu Preisen von 70 bis 200 Euro getestet. Die Technik der Lichtanpassung hat sich in den letzten Jahren verbessert. Die Scheiben reagieren mittlerweile recht schnell auf Lichtveränderung. „Die Konturenerkennung und die Farbwiedergabe wurde von den Testern als gut bis sehr gut empfunden. Das Problem ist allerdings, dass alle getesteten Artikel für die Höhensonne auf dem Berg nicht dunkel genug wurden. Deshalb sind sie als universelle Skibrillen nicht zu empfehlen“, erklärt VKI-Projektleiter Christian Undeutsch.

Unabhängig von der Tönung der Brillen ist der UV-Schutz. Der ist wichtig, um die Augen nicht zu schädigen. Standard ist aktuell ein UV-Schutz bis 400 Nanometer. Fünf Modelle erreichten diesen Wert nicht. Drei schafften nicht einmal 380 Nanometer. Sie wurden deshalb auch im Gesamtergebnis mit „nicht zufriedenstellend“ bewertet.

Zusätzlich wurde unter anderem die Bruchfestigkeit getestet. Dabei zeigte sich, dass die Hälfte der Skibrillen ausreichend robust war, bei 4 Modellen kam es beim Pendeltest zum Kontakt der Innenscheibe mit dem Testauge. Bei 3 Fabrikaten ging die Scheibe kaputt und splitterte. Auch bei der Schadstoff-Überprüfung wurden die Tester fündig: Die meisten Schaumstoffauflagen enthielten geringe bis durchschnittliche Mengen an – nicht als krebserzeugend geltenden – polyzyklischen Kohlenwasserstoffen. Bei einem Modell wurde in der Schaumstoffauflage sogar ein Flammschutzmittel entdeckt, das die EU als krebserregend einstuft.

Von den 13 getesteten selbsttönenden Skibrillen wurden 2 mit „gut“, 3 mit „durchschnittlich“ und 4 mit „weniger zufriedenstellend“ beurteilt. 4 Brillen fielen mit „nicht zufriedenstellend“ durch.

SERVICE: Die ausführlichen Testergebnisse gibt es auf www.konsument.at.

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