Kosmetika: Chemikalien, die wie Hormone wirken

duschgele_beautystockphoto_shutterstock_133818857_1060px.jpg

Eine neue Kennzeichnung soll Kunden besser informieren: "Ohne hormonell wirksame Zusätze" (Bild: beautystockphoto/Shutterstock)

Manche Chemikalien wirken wie Hormone. Die freiwillige Kennzeichnung „Ohne hormonell wirksame Zusätze“ weist bei Kosmetikprodukten darauf hin, dass sie frei davon sind (im Sinne der EU Prioritätenliste).

Warum wir eine freiwillige Kennzeichnung brauchen

Haarfarben, Sonnenschutzmittel, Duschgele … einige Kosmetik-Produkte enthalten Chemikalien, die wie Hormone gebaut sind und daher auch wie Hormone wirken können. Zu den hormonell wirksamen Chemikalien gehören z.B. einige Filter gegen ultraviolettes Licht, Resorcin, das die Haarfärbung unterstützt und ein paar Konservierungsstoffe. Sie können in allen Kosmetika, insbesondere aber in Sonnencremen und Haarfarben enthalten sein. Zwar gibt es noch keine harten Beweise, dass sie Menschen schädigen, aber ausreichend Hinweise, dass es sehr sinnvoll wäre, sie zu vermeiden. Daher gibt es eine freiwillige Kennzeichnung. Sie lautet:

„Ohne hormonell wirksame Zusätze*
* Basis: EU-Prioritätenliste, www.vki.at/hormoninfo

Die Liste dieser bedenklichen Stoffe finden Sie am Ende dieses Artikels.

Was sind hormonell wirksame Chemikalien?

Hormonell wirksame Chemikalien sind körperfremde Stoffe. Sie ähneln körpereigenen Hormonen und können diese verstärken aber auch blockieren. Meist sind sie nicht akut giftig; sie stehen jedoch im Verdacht, wichtige Entwicklungsprozesse zu stören. Föten im Mutterleib, Kleinkinder und Pubertierende reagieren besonders empfindlich auf hormonell wirksame Schadstoffe. Viele dieser Chemikalien wirken -  so wie echte Hormone – bereits in sehr geringen Mengen.

Viele Wissenschaftler bringen hormonell wirksame Stoffe mit der weltweiten Zunahme folgender Störungen in Zusammenhang:

  • Durch Hormonstörungen ausgelöste Krebsarten wie Brust-, Prostata- und Schilddrüsenkrebs
  • Unfruchtbarkeit
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Zuckerkrankheit (Diabetes)
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Entwicklungsstörungen des Nervensystems bei Kindern/ADHS

Unser täglicher Hormon-Cocktail

In unserem Alltag begegnen wir zigtausenden verschiedenen chemischen Stoffen. Sie stecken in Computern, Textilien, Lebensmitteln, Verpackungen oder Kosmetikprodukten - und manche davon haben hormonschädigende Eigenschaften. Ein bekanntes Beispiel ist Bisphenol A (BPA), das uns in bestimmten Kunststoffen und Kassabons begegnet.

Ein anderes Beispiel für hormonell wirksame Chemikalien sind sogenannte Phthalate, also Weichmacher, die in PVC und anderen Kunststoffen Einsatz finden. Auch einige chemische Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel wirken wie Hormone.

EU-Kommission ist säumig

Die EU-Kommission wäre seit Jahren u.a. bei den Kosmetika zu Maßnahmen verpflichtet gewesen. Auch eine wichtige Grundlage, nämlich die Definition von hormonell aktiven Stoffe, ist erst nach vielen Verzögerungen im Jahr 2018 veröffentlicht worden. Viele NGOs, Wissenschaftler, einzelne Mitgliedsstaaten und das EU Parlament (zuletzt im April 2019) forderten immer wieder gesetzliche Regelungen. Die neue Kommissionspräsidentin Ursula van der Leyen ebenso wie die künftigen Kommissare für Umwelt und Gesundheit haben wohl auch deshalb angekündigt, dass der Schutz von Mensch und Umwelt vor diesen Chemikalien hohe Priorität hat.

Ein Drittel enthielt verdächtige Chemikalien

Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und der deutsche Bund für Umwelt und Natur (BUND) haben 2013 Untersuchungen zu dem Thema veröffentlicht. Sie zeigen, dass rund ein Drittel der in Österreich und Deutschland erhältlichen Körperpflege- und Kosmetikprodukte Inhaltsstoffe enthielten, die gemäß EU-Prioritätenliste im Verdacht stehen, das Hormonsystem negativ zu beeinflussen. Als Reaktion auf diese Untersuchungen haben einige Handelsketten ihre Körperpflege-Eigenmarken vorsorglich auf „hormonfrei“ umgestellt. Sie haben Inhaltsstoffe aus ihren Produkten entfernt, die in der EU-Prioritätenliste (2007, Kategorie 1, s.u.) aufscheinen.

Freiwillige Kennzeichnung: „hormonfrei“

Die Initiative dafür ist im Jahr 2016 von Global 2000, der Bundesarbeiterkammer und von uns, dem Verein für Konsumenteninformation, ausgegangen – unterstützt vom Gesundheits- und Umweltministerium. Die Kennzeichnung „Ohne hormonell wirksame Zusätze - Basis: EU-Prioritätenliste, www.vki.at/hormoninfo“ - ist freiwillig. Hersteller und Händler können sie auf ihren Produkten anbringen.

Hormon-Chemikalien in Kosmetika

Schon im Jahr 2007 wurde von der EU-Generaldirektion für "Umwelt" in einer Studie eine Verdachtsliste für hormonell wirksame Chemikalien veröffentlicht, die sogenannte „EU-Prioritätenliste“. In dieser Prioritätenliste sind 194 Chemikalien in der höchsten Kategorie (Kat.1) eingestuft. Das bedeutet, dass Wissenschaftler für diese Stoffe bei Tieren hormonschädigende Effekte festgestellt haben. Wenn man diese mit den in Kosmetikprodukten eingesetzten Chemikalien vergleicht, so entsteht eine Liste von 18 Stoffen, die bis 2019 Grundlage für die Kennzeichnung „Ohne hormonelle Zusätze“ war.

Laut Artikel 15 der EU-Kosmetikverordnung hätten spätestens mit 11. Januar 2015 der Umgang mit hormonaktiven Chemikalien überprüft und geeignete Maßnahmen gesetzt werden sollen. Ein erster Schritt dazu wurde aber erst im Mai 2019 unternommen: die Kommission hat eine Liste von 28 Stoffen mit potenziell hormonschädigender Wirkung veröffentlicht, für die Hälfte dieser Stoffe sieht sie eine höhere Priorität gegeben. Diese 28 Chemikalien, ergänzt um Ethylparaben, sind als neue Prioritätenliste Basis für die freiwillige Kennzeichnung, mit einer Übergangsfrist für bereits gekennzeichnete Kosmetikprodukte nach der ursprünglichen Liste.

Liste hormonell wirksamer Chemikalien in Kosmetika

Stoffname laut INCI (Internationale Nomenklatur der Kosmetikinhaltsstoffe)

Funktion bzw. Wirkung in Kosmetikprodukten

Methylparaben*

Konservierungsstoffe (schützen die Kosmetikprodukte vor Schimmelpilzen und Bakterien), teilweise auch als antibakterielle Wirkstoffe für die Haut eingesetzt

Ethylparaben**

Konservierungsstoff

Propylparaben

Konservierungsstoff

Butylparaben*

Konservierungsstoff

Salicylic acid*

Konservierungsstoff

Triclocarban

Konservierungsstoff

Triclosan

Konservierungsstoff

BHT (butylated hydroxytoluene) O

Antioxidantien (verhindern den oxidativen Abbau von Kosmetik-Inhaltsstoffen)

Tert-butylhydroxyanisole/Butylated Hydroxyanisole/BHA*

Antioxidantium

Octocrylen O

UV-Filter (schützen die Haut vor UV-Strahlung)

Homosalate

UV-Filter

Ethylhexyl methoxycinnamate(EHMC)/ Octylmethoxycinnamate (OMC)/Octinoxate*

UV-Filter

4-Methylbenzylidene Camphor

UV-Filter

Benzophenone

UV-Absorber (schützen das Produkt vor UV-Strahlung)

Benzophenone-1/BP-1*

UV-Absorber

Benzophenone-2/BP-2*

UV-Absorber

Benzophenon-3

UV-Filter und UV-Absorber

Benzophenone-4/BP-4*

UV-Filter und UV-Absorber

Benzophenone-5/BP-5*

UV-Filter und UV-Absorber

Benzylsalicylat O

Duftstoffe

Butylphenyl methylpropianol/BMHCA (Lilial)*

Duftstoffe

Cyclopentasiloxane/ Decamethylcyclopentasiloxane/D5*

Feuchthaltend, haarpflegend geschmeidig machend

Cyclomethicone* (D4, D5 and D6)

Feuchthaltend, haarpflegend geschmeidig machend

Resorcin

Unterstützt die oxidative Haarfärbung

Triphenyl phosphate*

Weichmacher (z.B. in Nagellack)

Genistein

Phytoöstrogene: pflanzliche, dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähnliche Stoffe

Daidzein

Phytoöstrogen

Kojisäure

Bleichwirkung auf die Haut, überwiegend in Importprodukten

Deltamethrin*

Insektizid, kaum in Kosmetika eingesetzt

Basis: Prioritätenliste der potentiell hormonell schädigenden Stoffe der EU Kommission (2019): https://ec.europa.eu/growth/content/call-data-ingredients-potential-endocrine-disrupting-properties-used-cosmetic-products_en

LEGENDE
Ohne Markierung: Gruppe A: Höhere Priorität: Hormonschädigende Wirkung wurde bereits nachgewiesen oder es findet derzeit eine Substanzbewertung im Chemikalienrecht statt.
* Gruppe B: Im Chemikalienregime noch nicht bewertet oder als hormonell schädigend für die Umwelt anerkannt, nicht aber für den Menschen. Teilweise vom wissenschaftlichen Gremium SCCS als sicher bewertet oder als krebserzeugend, mutagen oder reproduktionstoxisch eingestuft, womit andere Maßnahmen verbunden sind.
** Ethylparaben wurde vom Projektteam ergänzt, um die Liste der Parabene zu vervollständigen. Wissenschaftliche Belege:
https://www.chemsafetypro.com/Topics/Restriction/UN_list_identified_endocrine_disrupting_chemicals_EDCs.html
https://www.nature.com/articles/srep25173
O: Neu hinzugekommene und häufig eingesetzte Chemikalien

ÜBERGANGSFRIST:
Da Kosmetika langen Produktions- und Verkaufszeiträumen unterliegen, wurde als Übergangsfrist zum Verkauf bereits gekennzeichneter Kosmetikprodukte nach der ursprünglichen Liste Ende 2020 festgelegt. Bis dahin können gekennzeichnete Produkte im Umlauf sein, die noch nach der Liste aus dem Jahr 2016 geprüft wurden. Um ganz sicher zu sein, könnten KonsumentInnen auf der Inhaltsstoff-Liste der Kosmetika kontrollieren, ob die Stoffe, die mit O markiert sind, nicht enthalten sind.

Allgemeine Informationen und Initiativen (großteils auf Englisch)

ENDOCRINE SOCIETY: https://www.endocrine.org/topics/edc

EDC FREE Europe https://www.edc-free-europe.org/

WHO: Endocrine Disrupting Chemicals https://www.who.int/ceh/risks/cehemerging2/en/

Deutschlandfunk: Hormonell wirksame Chemikalien können krank machen. Ärzte fordern Verbot, 18.6.2019: https://www.deutschlandfunk.de/aerzte-fordern-verbot-hormonell-wirksame-chemikalien.697.de.html?dram:article_id=451649

Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Schärfere Bestimmungen zum Schutz vor schädlichen Umwelthormonen nötig (Pressemitteilung, 12.09.2017): https://www.endokrinologie.net/pressemitteilung/schutz-vor-schaedlichen-umwelthormonen.php

Hormonwirksame Chemikalien in Kosmetika

GLOBAL 2000 (2016): Kosmetik-Check
https://www.global2000.at/kosmetik-check-2016/

GESUNDHEITSMINISTERIUM (2016 ): Pressemeldung
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161108_OTS0164/oberhauser-begruesst-freiwilligen-verzicht-auf-verwendung-von-hormonell-wirksamen-stoffen-in-kosmetika

EU-KOMMISSION – Generaldirektion für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU:  Call for data on ingredients with potential endocrine-disrupting properties used in cosmetic products. Published on: 16/05/2019
https://ec.europa.eu/growth/content/call-data-ingredients-potential-endocrine-disrupting-properties-used-cosmetic-products_en

Regulierung hormonwirksamer Chemikalien

DER SPIEGEL (2015):  EU-Chemikalienregulierung - Wie die Industrie in Brüssel ihren Willen bekommt
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/chemikalien-wie-die-industrie-eu-regulierung-beeinflusst-a-1034563.html

EU-KOMMISSION – Generaldirektion UMWELT: Endocrine Disruptors
http://ec.europa.eu/environment/chemicals/endocrine/

EU-COMMISSION - Generaldirektion Öffentliche Gesundheit: Endocrine Disruptors
https://ec.europa.eu/health/endocrine_disruptors/overview_en

Entschließung des Europäischen Parlaments vom 18. April 2019 zu einem umfassenden Rahmen der Europäischen Union für endokrine Disruptoren (2019/2683(RSP))
http://www.europarl.europa.eu/doceo/document/TA-8-2019-0441_DE.html

A Union that strives for more. My agenda for Europe – Political Guidelines for the next European Commission 2019-2024. Ursula von der Leyen
https://ec.europa.eu/commission/sites/beta-political/files/political-guidelines-next-commission_en.pdf

Cosmetics: Chemicals which act like hormones

Some chemicals act like hormones. The voluntary label "Free from endocrine-active additives" indicates that cosmetic products are free of them (under consideration of the EU Priority List).

Why we need a voluntary label

Endocrine active chemicals include e.g. some filters against ultraviolet light, resorcinol, which supports the hair colouring and a few preservatives. Therefore, they may be included in all cosmetics, but especially in sunscreens and hair dyes.
While there is no hard evidence that they harm people, there is plenty of evidence that it would be very useful to avoid them. Therefore, there is a voluntary labelling:
“Free from endocrine-active additives*
*Base: EU Priority-List, www.vki.at/hormoninfo

The list of the substances of concern can be found at the end of this article.

What are endocrine (or hormonally) active substances?

Endocrine active chemicals are substances foreign to the body but similar to the body’s own hormones. They can either strengthen or block hormones. Most of them aren’t acutely toxic but they are suspected to disturb important development processes. Fetuses, infants and pubescent teenagers are especially sensitive to endocrine active chemicals. A lot of these chemicals are effective at very low doses.

Scientistic studies implicate endocrine active chemicals in connection with the global growth of the following health issues:

  • breast cancer, prostate cancer, thyroid cancer
  • infertility
  • obesity
  • diabetes
  • cardiac and circulatory troubles
  • developmental effects on the nervous systemand attention deficit and hyperactivity in children

 

Our daily hormone cocktail

In our everyday life we encounter tens of thousands of different chemical substances. They are inside computers, textiles, food, packaging or cosmetics - and some of them act like hormones. A well-known example is bisphenol A (BPA), which which can be found in some plastics and receipts. Other examples of endocrine active substances are phthalates which are used as plasticizers in PVC or parabens in cosmetics.

The EU Commission is defaulting

The European Commission would have been committed to act on hormonally active substances in cosmetics since years. But nearly nothing happened up to now. Also an important base, namely the definition of these substances, has been published after many delays only in 2018. Many NGOs, scientists, individual member states and the EU Parliament (most recently in April 2019) repeatedly demanded legal measurements. The new Commission President Ursula van der Leyen, as well as the future Commissioners for Environment and Health, have therefore announced that the protection of humans and the environment from these chemicals has a high priority.

One third contained suspicious chemicals

The Austrian environmental organization GLOBAL 2000 and the German Union for Environment and Nature (BUND) published studies on this topic in 2013. They show that about one third of the personal care and cosmetic products available in Austria and Germany contained ingredients that are suspected of having a negative influence on the hormone system according to the EU's priority list. In response to these studies, some retailers have switched their own personal care brands to "hormone-free" as a precautionary measure. They have removed ingredients from their products, which appear in the EU priority list (2007, category 1, see above).

Voluntary labelling "endocrine-free“

This initiative was started by GLOBAL 2000, the Bundesarbeiterkammer and by us, Verein für Konsumenteninformation, and was supported by the Ministry of Health and Environment. The identification mark is voluntary:

“Free from endocrine-active additives – Basis: EU Priority List,  www.vki.at/hormoninfo“.

Manufacturers and distributors can attach them to their products.

Hormone chemicals in cosmetics

As early as 2007, the EU Directorate-General for the Environment published a list of suspected hormonal chemicals in a study, the so-called "EU priority list". This priority list includes 194 chemicals in the highest category (Cat.1). This means that scientists have identified hormone-damaging effects on these substances in animals. When compared with the chemicals used in cosmetic products, a list of 18 substances is produced, which was the base for the label " Free from endocrine-active additives" until 2019.

According to Article 15 of the EU Cosmetics Regulation, the Commission should have reviewed this regulation with  regard  to  substances  with  endocrine-disrupting properties and appropriate measures should be taken. However, a first step was taken not until May 2019: the Commission has published a list of 28 substances with potential endocrine disrupting properties, with a higher priority for half of these substances. These 28 chemicals, supplemented by ethylparaben, are the new priority list for voluntary labelling, with a transitional period for already labelled cosmetic products according to the original list.

INCI Name

Function

Methylparaben *

Preservative (protects cosmetics against mold and bacteria), sometimes also used as antibacterial agents for the skin

Ethylparaben**

Preservative

Propylparaben

Preservative

Butylparaben*

Preservative

Salicylic acid*

Preservative

Triclocarban

Preservative

Triclosan

Preservative

BHT (butylated hydroxytoluene) O

Antioxidans (prevents oxidative degradation of cosmetic ingredients)

Tert-butylhydroxyanisole/Butylated Hydroxyanisole/BHA*

Antioxidans

Octocrylene O

UV filter (protects the skin from UV radiation)

Homosalate

UV filter

Ethylhexyl methoxycinnamate(EHMC)/ Octylmethoxycinnamate (OMC)/Octinoxate*

UV filter

4-Methylbenzylidene Camphor

UV filter

Benzophenone

UV absorber (protects the product against UV radiation)

Benzophenone-1/BP-1*

UV absorber

Benzophenone-2/BP-2*

UV absorber

Benzophenon-3

UV filter and UV absorber

Benzophenone-4/BP-4*

UV filter and UV absorber

Benzophenone-5/BP-5*

UV filter and UV absorber

Benzylsalicylate O

Fragrance

Butylphenyl methylpropianol/BMHCA (Lilial)*

Fragrance

Cyclopentasiloxane/ Decamethylcyclopentasiloxane/D5*

Moisturizing, hair conditioning

Cyclomethicone* (D4, D5 and D6)

Moisturizing, hair conditioning

Resorcinol

Supports oxidative hair colouring

Triphenyl phosphate*

Plasticizer (e.g., in nail polish)

Genistein

Phytoestrogen: herbal, female sex hormone estrogen-like substances

Daidzein

Phytoestrogen: herbal, female sex hormone estrogen-like substances

Kojic acid

Bleaching effect on the skin, mainly in imported products

Deltamethrin*

Insecticide, hardly used in cosmetics

Basis: Priority list of ingredients with potential endocrine disrupting properties of the EU Commission (2019): https://ec.europa.eu/growth/content/call-data-ingredients-potential-endocrine-disrupting-properties-used-cosmetic-products_en

LEGEND

Without marking: Group A: Higher priority: Endocrine disrupting properties have already been demonstrated or there is currently a substance evaluation in the chemicals legislation on these effects.

* Group B: Not yet evaluated in the chemicals regime or recognized as endocrine disrupting to the environment, but not to humans. Partially assessed by the Scientific Panel SCCS as safe or classified as carcinogenic, mutagenic or reprotoxic, with other measures being involved.

** Ethylparaben was added by the project team to complete the list of parabens. Scientific evidence:
https://www.chemsafetypro.com/Topics/Restriction/UN_list_identified_endocrine_disrupting_chemicals_EDCs.html
https://www.nature.com/articles/srep25173

O Newly added and frequently used chemicals

TRANSITION PERIOD:

As cosmetics are subject to long production and sales periods, the deadline for the sole use of the updated list was set at the end of 2020. Until then, already produced and labelled products can be in circulation which were still tested according to the 2016 list. To be on the safe side, one could check on the ingredient list of cosmetics that the substances labeled with O are not included.

General information and initiatives

ENDOCRINE SOCIETY: https://www.endocrine.org/topics/edc

EDC FREE Europe https://www.edc-free-europe.org/

WHO: Endocrine Disrupting Chemicals https://www.who.int/ceh/risks/cehemerging2/en/

Regulation of hormone-active chemicals

EU-KOMMISSION – DG  Environment: Endocrine Disruptors
http://ec.europa.eu/environment/chemicals/endocrine/

EU-COMMISSION – DG Health: Endocrine Disruptors
https://ec.europa.eu/health/endocrine_disruptors/overview_en

European Parliament resolution of 18 April 2019 on a comprehensive European Union framework on endocrine disruptors (2019/2683(RSP))

http://www.europarl.europa.eu/doceo/document/TA-8-2019-0441_EN.html

A Union that strives for more. My agenda for Europe – Political Guidelines for the next European Commission 2019-2024. Ursula von der Leyen

https://ec.europa.eu/commission/sites/beta-political/files/political-guidelines-next-commission_en.pdf

EU COMMISSION - Directorate General for Internal Market, Industry, Entrepreneurship and SMEs:  Call for data on ingredients with potential endocrine-disrupting properties used in cosmetic products. Published on: 16/05/2019
https://ec.europa.eu/growth/content/call-data-ingredients-potential-endocrine-disrupting-properties-used-cosmetic-products_en


Diesen Beitrag teilen