Rot-Weiß-Rot auf der Verpackung sagt nichts über den Ursprung eines Produktes aus Rot-Weiß-Rot auf der Verpackung sagt nichts über den Ursprung eines Produktes aus  |  Bild: Lukas_Kurka/Shutterstock

Ursprung von Lebensmitteln: Wo kommen sie her?

Wo „aus Österreich“ draufsteht, muss nicht zwingend Österreichisches enthalten sein.

Im Dezember Erdbeeren aus Spanien? Im März Erdäpfel aus Ägypten? Die Herkunft von Lebensmitteln beeinflusst zunehmend die Kaufentscheidung vieler Konsumenten. Das Interesse an biologisch produziertem und regionalem Essen nimmt zu. Das hat nicht mehr nur gesundheitliche oder geschmackliche Gründe, sondern vermehrt auch ethische. Die Herkunft wird daher von Herstellern in der Werbung hervorgehoben – insbesondere bei vermeintlich "österreichischen" Produkten.

Lebensmittelkennzeichnung: viele Tricks und noch mehr Kleingedrucktes Lebensmittelkennzeichnung: viele Tricks und noch mehr Kleingedrucktes  |  Bild: Eldar-Nurkovic/Shutterstock

Kein Interpretationsspielraum?

Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Agrar Markt Austria (AMA) ist den ­Konsumenten hierzulande besonders bei Milch, Brot, Fleisch und Wurst wichtig, dass sie aus Österreich kommen. Voraussetzung, um das erkennen zu können, wäre allerdings eine eindeutige Kennzeichnung des Ursprungs, die keinen Interpretationsspielraum zulässt. Doch genau diese fehlt bislang.

Genaue Ursprungskennzeichnung fehlt bislang 

Lediglich bei Honig, Obst und Gemüse, Fisch, Olivenöl, Rindfleisch sowie in jüngerer Zeit auch bei weiteren Fleischarten ist eine eindeutige Ursprungskennzeichnung verpflichtend. Kompliziert wird es, wenn ein Lebensmittel mehrere Zutaten enthält. In diesem Fall schreibt die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) vor, dass der Ursprung der sogenannten primären Zutat – also der Hauptzutat bzw. der Hauptzutaten, die ein Produkt ausmachen – ange­geben werden muss, wenn ohne diese ­Angabe eine mögliche Irreführung der Verbraucher gegeben wäre.

Abgepackt in Österreich, erzeugt am anderen Ende der Welt

Es lohnt sich, die Verpackung anzusehen und das Etikett genau zu lesen. Denn oft lässt die Verpackung nicht erkennen, woher ein Produkt kommt. Rot-weiß-rote Etiketten geben noch keine Auskunft über den Ursprung der Inhaltsstoffe. "Abgepackt in Österreich" heißt nicht, dass ein Lebensmittel in Österreich erzeugt wurde.

Arlberger Bauchspeck: Fleisch aus Deutschland Arlberger Bauchspeck: Fleisch aus Deutschland  |  Bild: VKI

Arlberger Bauchspeck: Woher kommen die Schweinderl? Nicht vom Arlberg, denn für den Hersteller ist "Arlberg" keine Region sondern eine Marke.

Folgende Produkte nehmen wir genauer unter die Lupe:

  • Arberger Bauspeck
  • Bellasan Halbfettmargarine
  • Dulano Putensalami
  • Felix Gefüllt Paprika
  • Finest Bakery Nussstrudel

 

  • Kuner Mayonnaise
  • Ölz Familien Butter Zopf
  • Radatz Wiener Pikant wurst
  • S-Budget Maiskeinöl
  • Schärdinger Bananen Traum
  • Wiesbauer Rustikaler Jausenaufschnitt

MEHR ZUM THEMA

Unsere Berichte wirken: Hersteller und Händler bessern bei der Kennzeichnung nach. Lesen Sie mehr im KONSUMENT-Artikel (kostenpflichtig): https://www.konsument.at/ursprung-von-lebensmitteln-woher-kommen-sie-042021

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